Sechstes Buch nach 463 Treffen

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Bürgermeisterin Silvia Voßloh führte die „Bürgermeister-Tradition“ fort und überreichte Stammtischsprecher Manfred Hoh das bereits sechste Gästebuch.

Werdohl - „Es gab einen größeren Gesprächsbedarf im Ausschuss, der vorher nicht abzusehen war“, entschuldigte sich Bürgermeisterin Silvia Voßloh beim Bürgerstammtisch am Montagabend für ihre mehr als einstündige Verspätung. Die Diskussion sei aber „gut“ und „sehr sachlich“ gewesen, freute sie sich.

Und auch, wenn der Rasenplatz auf dem Riesei künftig vielmehr, so die Worte der ersten Bürgerin der Stadt, „ein naturnaher Bolzplatz“ sei, so sei sie überzeugt: „Wir können in Werdohl sicher noch etwas bewegen.“ Unzweifelhaft sei es aber so, dass dafür Kompromisse notwendig seien.

Gegen die aus Reihen des Bürgerstammtisches angeführte und unzulässige Verquickung der Kosten für den Rasenplatz und den Westpark verwehrte sich das Stadtoberhaupt aber vehement. Deutliche Unterstützung bekam sie dabei vom Stammtischsprecher Manfred Hoh.

Diesem überreichte Voßloh ein neues Gästebuch für die montäglichen Stammtisch-Treffen. „Bisher haben wir uns noch kein Gästebuch kaufen müssen“, freute sich Hoh, dass stets die jeweils amtierenden Bürgermeister diese Erinnerungs- und Nachschlagewerke spendierten.

„Heute ist mit der 463. Stammtisch-Sitzung das fünfte Buch voll geworden“, berichtete Hoh. Und in Richtung Voßloh ergänzte er: „Sie kommen uns also gerade recht mit dem sechsten.“ Die Bürgermeisterin griff zum Stift und trug sich mit ihrer Unterschrift gleich noch einmal ins fünfte Buch ein. Außer ihr nahmen am Montag stolze 22 Stammtischler an der Sitzung in der Gaststätte Versevörder Hof teil.

Diese hörten einen Vortrag von Peter Kölsche und Hubertus Kraus. Die beiden gingen in ihrem Beitrag auf den 80. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte am gestrigen Dienstag ein.

Sie schilderten die Entstehung Werdohls seit der ersten Erwähnung des „Kirchspiels“ im neunten Jahrhundert, verlasen sowohl den Antrag auf Stadtrechte-Erteilung als auch dessen Begründung sowie das Programm der offiziellen Stadtwerdung am 19. April 1936.

Ein weiteres Mitglied des Bürgerstammtisches ergänzte die Ausführungen der beiden spontan: „Nun, Werdohl war damals eine Arbeiterstadt. Und so hatte die NSDAP hier Mitte der 30er-Jahre etwa vier Mal so viele Mitglieder wie beispielsweise in Neuenrade, denn die NSDAP war ja eine Partei für die Arbeiter.“

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