Schwimmen aus der Hüfte heraus

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Die Töchter von Brigitte Siek – Antonia (Mitte) und Julia (2. v. r.) präsentieren mit ihren Freunden die bunten Monoflossen.

Werdohl - Als die sechsjährige Antonia und ihre vier Jahre ältere Schwester Julia im Fernsehen einen Bericht über Mermaiding sahen, war es um sie geschehen. Mama Brigitte Siek, die dem Wasser als jahrelange Nichtschwimmer-Ausbilderin beim DJK Werdohl sowieso verbunden ist, forschte nach: Und siehe da, diesen amerikanischen Trendsport gibt es bundesweit bisher nur in großen Städten wie Berlin, Neuss und München. Also beschloss Siek: „Ich bringe das ins Sauerland.“

Und das offenbar mit Erfolg. Vor gerade einmal zwei Wochen startete sie eine Internet-Seite, auf welcher sie ihr Angebot, welches sie privat und somit außerhalb des DJK auf die Wege brachte, präsentierte. Schon jetzt hat sie 20 Anmeldungen zu ihren Mermaiding-Kursen. „Die Teilnehmer kommen nicht nur aus dem Sauerland, auch aus Remscheid, Wuppertal und Haltern am See.“

Beim Mermaiding gehen die Wasserratten ins Becken, während ihre Beine in einer Monoflosse flossen. Als Meerjungfrauen und Wassermänner gleiten sie dann durchs kühle Nass. Siek macht das im Werdohler Hallenbad gekonnt vor.

Die gelernte Finanzbuchhalterin sagt: „Solch eine Monoflosse ist nicht teuer. Die gibt es schon für 125 Euro. Nach oben ist zwar keine Grenze gesetzt, es gibt auch Exemplare, die mehr als dreieinhalb Tausend Euro kosten, aber Teilnehmer meiner Kurse müssen gar keine eigene Flosse haben.“ Diese zahlen für eine zwei- bis zweieinhalbstündige Kursus-Einheit eine Leihgebühr in Höhe von zehn Euro.

In der ersten Kursus-Stunde gibt es ein Sicherheitstraining. In der Monoflosse kann ein Mensch nicht laufen und auch nicht vom Beckenrand ins Wasser springen. „Und im Wasser kommt man nicht durch Knie- oder Beinbewegungen voran, sondern steuert seinen Kurs mit der Hüfte“, weiß Siek.

Kursus-Leiterin Brigitte Siek bringt mit dem Mermaiding – dem Schwimmen mit der Monoflosse – eine amerikanische Trendsportart ins Sauerland. - Fotos: Koll

Doch sie verspricht: „Nach einer Stunde kann das aber jeder.“ Und dann stellten die meisten begeistert fest, dass es sich mit der Monoflosse viel schneller schwimmen lasse, als ohne. „Außerdem stärkt das Mermaiding die Rückenmuskulatur sowie die Kondition und hilft auch noch beim Abnehmen.“

In den USA gibt es längst Wettkämpfe im Mermaiding, in Deutschland ist das noch Zukunftsmusik. Doch der Trend wächst auch hierzulande.

Siek unterrichtet in einem Kursus maximal sechs Personen. Nach dem Sicherheitstraining geht es dabei in den anderthalbstündigen Workshop, in welchem bereits Figuren wie die Acht unterrichtet werden. Und auch das Ertauchen von Ringen gehört dann zum Übungsprogramm. Kursus-Teilnehmer brauchen kein Vorwissen, müssen allerdings schwimmen können. Nur einen Wunsch hat Siek noch: „Ich wünsche mir noch mehr Wassermänner.“

Die Mermaiding-Kurse laufen im Hallenbad Werdohl zunächst freitags von 16 bis 18.30 Uhr und im Plettenberger Aqua Magis an unterschiedlichen Wochentagen. Die Termine finden sich auf: www.sauerland-nixen.de.

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