Neuer Akzent beim Adventskonzert

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Das Vokalquartett mit Marion Jeßegus, Werner Nitsch, Sebastian Hoffmann und Waltraud Sander (von links) war bei der Advents- und Weihnachtsmusik mit ein Schlüssel zum Erfolg. Herausragend war die dominante, aber zugleich auch variable Stimme der Sopranistin Waltraud Sander.

Werdohl - Seit Jahrzehnten findet knapp einen Monat vor dem Fest aller Feste in der Christuskirche ein Konzert mit Advents- und Weihnachtsmusik statt.

Umso wohltuend bewundernswerter ist es, dass Kantorin Marion Jeßegus als musikalische Leiterin alljährlich ein anspruchsvolles Programm zusammenstellen kann, das immer wieder neue Akzente zu setzen versteht. 

So auch am Sonntagabend. Der Schwerpunkt der Lieder und Instrumental-Kompositionen lag diesmal unter dem Titel „Christmas Carols“ auf Beiträgen aus Irland, England, dem Baskenland und Frankreich. Mit dem Vokalquartett in der Besetzung Waltraud Sander (Sopran), Marion Jeßegus (Alt), Sebastian Hoffmann (Tenor) und Werner Nitsch (Bass) sowie dem Kammerorchester der VHS Lennetal unter der Leitung von Sebastian Hoffmann und dem Chor der Christuskirche stellte sich dem Publikum ein seit Jahren gut eingespieltes Team vor, das durch Julia Schubert (Flöte) und Frank Kirchhoff (Klavier) gute Unterstützung erfuhr. 

Vom ersten Ton bis zum Ausklang der Zugabe durften die Zuhörer ein Konzert von hohem Niveau miterleben. Es mache sich nicht gut, englische Texte ins Deutsche zu übersetzen und sie dann vorzutragen, „denn dann geht etwas verloren“, hatte Marion Jeßegus zu Beginn erläutert. Gesungen wurde deshalb weitestgehend in Englisch, damit bei manchem Beitrag „die Engel in ihrem Flügelschlag wiedererkannt werden“ können.

 Aussagekraft, Klangschönheit, Emotionalität – das sollte vom Chor, Vokalquartett und Kammerorchester den Weg vom Altarraum zum Zuhörer finden und ihn bewegen. Ziel erreicht! Feierliche Stimmung Mit „Joy to the World“ (Freue dich, Welt) zu Beginn bis zu „Star Carol“ (Der Stern zu Bethlehem) wurde ein Bogen gespannt, der von Beitrag zu Beitrag immer lauter nach Mehr verlangte.

 Altbekanntes und auch neue Kompositionen ordneten sich einem Begriff unter: Feierlich. Das Wunder der Weihnacht wurde ganz leise entwickelt – insbesondere im letzten Drittel, denn da war das Kind geboren; von „Born in a Stable“ über ein flämisches Wiegenlied bis hin zur keltischen Botschaft „Child in a Manger“ (Kind in der Krippe). 

Das Zusammenspiel von Chor, Orchester und Solisten ließen einmal mehr erkennen, mit wie viel Feingefühl sich Marion Jeßegus ihrer Aufgabe gewidmet hat. Die intensive Probezeit, so deutete Pfarrer Martin Buschhaus an, der auch die Lesungen zur Weihnachtsgeschichte hielt, hätten sich ausgezahlt. Blumen waren da das Mindeste, was die Anerkennung zum Ausdruck bringen konnte.

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