Neue Einzelheiten zum Unfallhergang

47-jähriger Herscheider stirbt bei Unfall auf der B 236 in Werdohl

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Ein 46-jähriger Herscheider ist am Dienstagmorgen bei einem Verkehrsunfall auf der B 236 in Werdohl ums Leben gekommen.

[Update, 16.30 Uhr] Werdohl - Bei einem Verkehrsunfall am Kettling ist am Dienstagmorgen ein 47-jähriger Mann aus Herscheid ums Leben gekommen. Er war mit einem Sattelzug zusammengestoßen. Ein ebenfalls beteiligter 42-jähriger Lüdenscheider kam glimpflich davon.

Nach stundenlangen Ermittlungsarbeit der Polizei stellt sich der Unfallhergang vollkommen anders dar als zunächst angenommen. Anfangs war die Polizei davon ausgegangen, dass der Lkw-Fahrer den Unfall verursacht hatte. Mittlerweile hat sie andere Erkenntnisse.

Der Herscheider war gegen 6.30 Uhr auf der B 236 in Richtung Werdohl unterwegs, als ihn im Bereich des Autohauses Kaltenbach der Lüdenscheider in einem schwarzen VW-Golf überholte. In diesem Moment kam ihnen ein Lastwagen entgegen, gesteuert von einem 33-jährigen Slowaken.

Der Auflieger eines Lkw geriet am Dienstagmorgen auf der B 236 in Werdohl in den Gegenverkehr.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei hat der Golf-Fahrer die Entfernung zu dem Sattelzug falsch eingeschätzt, so dass es beim Wiedereinscheren auf die rechte Fahrspur zu einer seitlichen Berührung zwischen Pkw und Lkw kam. Während der Golf dadurch nach rechts geschleudert wurde und auf der Fahrbahn zum Stehen kam, geriet der mit 20 Tonnen Stahl beladene Lkw ins Schlingern; die Zugmaschine stellte sich quer und der gesamte Sattelzug rutschte nach links in den Gegenverkehr. So sah sich der 47-jährige Herscheider unvermittelt einem riesigen Hindernis gegenüber, dem er nicht mehr ausweichen konnte. Er fuhr in seinem schwarzen Renault Twingo mit voller Wucht gegen den Auflieger, wurde in die Böschung am Straßenrand geschleudert und in seinem Fahrzeug eingeklemmt.

Familie des Opfers im Urlaub

Dabei erlitt der Herscheider so schwere Verletzungen, dass er noch am Unfallort verstarb. Die Familie des 47-Jährigen erfuhr erst Stunden später von dem tragischen Unfall. Seine Frau und die beiden Kinder verbrachten gerade einen Kurzurlaub an der Nordsee und waren deshalb für die Polizei zunächst nicht zu erreichen.

Sowohl der Golf-Fahrer als auch der Fahrer des Sattelzuges kamen glimpflicher davon. Der Lüdenscheider erlitt unter anderem Schulterverletzungen und wurde ins Plettenberger Krankenhaus gebracht, der Slowake wurde nur leicht verletzt und in die Werdohler Stadtklinik eingeliefert.

Polizei stellt Fahrzeuge sicher

Der schwere Unfall sorgte für erhebliche Behinderungen im Berufsverkehr. Die Polizei leitete den Verkehr um, Bis die Beamten und ein Sachverständiger vor Ort alle Spuren gesichert hatte, um den Unfallhergang rekonstruieren zu können, bis die beschädigten Fahrzeuge abgeschleppt und die Straßen von unzähligen Trümmerteilen und auslaufenden Betriebsstoffen gesäubert worden war, vergingen mehr als sechs Stunden.

Der Golf blieb nach dem Zusammenstoß auf der B 236 liegen.

Aufwändig war vor allem die Bergung des Lastwagens, denn er hatte Stahlrollen, sogenannte Coils, transportiert, die mit einem Kran abgeladen werden mussten. Erst gegen 13 Uhr konnte der Verkehr auf der Plettenberger Straße (B 236) wieder ungehindert fließen.

Die Polizei hat die beteiligten Fahrzeuge sichergestellt, die Ermittlungen dauern an.

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