Schulen: CDU geht in die Offensive

Als erste Ratsfraktion hat die CDU nun in der Schulstandortdiskussion eine eindeutige Position bezogen.

Werdohl - Als erste aller vier im Rat vertretenenen Parteien hat die CDU-Fraktion zur anstehenden Schulstandortdiskussion eine eindeutige Position bezogen. Alle vier Standorte der Grundschulen und beide Standorte der weiterführenden Schulen sollen demnach an ihren bisherigen Plätzen und in derselben Schulform erhalten bleiben. Mit diesem Vorstoß will die Mehrheitsfraktion in die Gespräche mit den anderen Fraktionen gehen.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christoph Plaßmann erklärte überraschend während der CDU-Jahreshauptversammlung am Donnerstag, in welche Richtung die Fraktion denkt. Plaßmann: „Wir haben klare Vorstellungen, wissen aber nicht, was die anderen Fraktionen dazu meinen.“ Auf Seiten der Politik gebe es dazu einen parteiübergreifenden Arbeitskreis, dort werde zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert und Ideen ausgetauscht.

Die Ausgangslage ist bekannt: Das Hauptschulgebäude am Riesei wird durch das Auslaufen der Erich-Kästner-Schule ab kommenden Sommer verfügbar sein. Es ist das jüngste Schulgebäude in Werdohl, darauf liegen auch Mittel des Landes. Eine Nutzung als Schule sei also absolut zwingend, erklärte Plaßmann.

Auf der anderen Seite gibt es konkrete Sparvorschläge der Gemeindeprüfungsanstalt. Die beratende Behörde hatte vorgeschlagen, entweder Grundschulen oder die Realschule in das Hauptschulgebäude zu verlegen. Durch den Verkauf, Verpachtung oder durch Nicht-Bewirtschaftung dann leerer Flächen könne Geld eingespart werden. Diese sechsstellige Summe ist das Ergebnis, an dem sich Politik und Verwaltung orientieren müssen.

Die CDU wolle prinzipiell die derzeitige Schullandschaft genau so erhalten. Die evangelische Grundschule in Ütterlingsen, die katholische Grundschule in der Stadtmitte und die beiden Standorte der städtischen Gemeinschaftsgrundschule auf der Königsburg und in Kleinhammer sollten dort bleiben. Die CDU wolle dem früheren Motto „kurze Beine, kurze Wege“ treu bleiben und in jedem Stadtteil eine Grundschule sehen.

Die Realschule solle in ihrer Form als Halbtagsschule am Köstersberg bestehen bleiben, das sei auch erkennbarer Elternwille. Bei einer Aufgabe der Schule dort bleibe die Turnhalle übrig. Wenn sie nicht mehr schulisch genutzt werde, müsse sie von der Stadt – ebenso wie die Halle in Eveking – aufgegeben werden. Die Realschüler seien auch wichtig für die Vitalität der Innenstadt. Plaßmann: „Diese Lebendigkeit wollen wir erhalten.“

Die Albert-Einstein-Gesamtschule sei eine „gute und starke“ Schule mit einem von den Eltern so gewünschten Ganztagsangebot und recht stabilen Schülerzahlen, so lautete der für einen Christdemokraten absolut bemerkenswerte Satz. Die AEG solle deshalb auf jeden Fall am Riesei bestehen bleiben.

Das Sparziel könne erreicht werden, in dem die Realschule baulich kleiner gesetzt würde. Das Hautpschulgebäude sollte der AEG angegliedert werden. Hier könne durch Flächenstilllegungen gespart werden. Konkretere Vorstellungen, wie das von der GPA markierte Sparziel erreicht werden kann, machte Plaßmann nicht.

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