Schützen hoffen trotz EM-Spiels auf viele Gäste

Viertelfinale oder Zapfenstreich

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Den Großen Zapfenstreich am Samstagabend wollten die Werdohler Schützen nicht verschieben – auch nicht zugunsten des Fußballklassikers Deutschland – Italien.

Werdohl - Die Werdohler, die sich Jahr für Jahr auf das Schützenfest freuen, deren Herz zugleich aber für König Fußball schlägt, stehen am Samstag vor einer schweren Entscheidung: Entweder sie genießen im Festzelt am Lenneufer den Kommers und den Großen Zapfenstreich, und feiern anschließend mit der Band Schlussakkord – oder sie fiebern in den eigenen vier Wänden, gemeinsam mit Freunden oder auch beim Public Viewing eines anderen Veranstalters mit der Löw-Elf.

„Wir haben lange im Vorfeld des Festes in großer Runde darüber abgestimmt, was wir machen, wenn ein Spiel der Deutschen auf diesen Termin fällt“, erklärt Andreas Schreiber, der Vorsitzende des Werdohler Schützenvereins. Das Votum des Vorstandes und des Beirates sei eindeutig ausgefallen: „Wir haben uns entschieden, das Spiel im Festzelt nicht zu zeigen.“ Ein Grund dafür sei der Zapfenstreich: „Wir können nicht garantieren, dass der Große Zapfenstreich pünktlich zum Spielbeginn beendet ist.“ Und eine technische Anlage zu organisieren, um dann unter Umständen lediglich die zweite Halbzeit im Festzelt zu zeigen, dass lohne sich nicht. „Wir könnten den Betrag, den wir dafür aufwenden müssten, an diesem Abend nicht wieder einnehmen“, ist Schreiber überzeugt.

Auch die Überlegung, den Zapfenstreich früher zu terminieren, habe das Schützengremium verworfen. „Der Zapfenstreich ist einer der wichtigsten Punkte unseres Festes. Am Nachmittag wäre er verschenkt“, stellt der Vorsitzende des Schützenvereins fest. Die Zeremonie erst nach dem EM-Spiel durchzuführen, komme noch weniger in Frage: „Dann hätte keiner mehr zugehört“, meint Schreiber.

Natürlich könne es sein, dass einige der regelmäßigen Festbesucher dem Fußballklassiker Deutschland – Italien am Samstag den Vorzug geben. „Andererseits hat die deutsche Mannschaft bisher noch nicht unbedingt für große Begeisterungsstürme gesorgt“, hofft der Vorsitzende, dass doch viele Werdohler den Schützen die Treue halten. Diejenigen, die das Spiel sehen wollen, lädt er ein, anschließend im Festzelt zu feiern – und im Idealfall gemeinsam mit den Grünröcken auf den Einzug ins Halbfinale anzustoßen.

Auf viele Gäste hoffen die Schützen natürlich auch am Sonntag, wenn der große Festzug durch die Stadt zieht. In diesem Jahr werden alle Beteiligten ab 13 Uhr gemeinsam am Festzelt antreten. Das getrennte Antreten der einzelnen Kompanien entfällt – aus zwei Gründen, wie Schreiber erklärt: „Zum einen war nicht klar, ob die erste Kompanie aufgrund der Baumaßnahmen überhaupt am Bistro@Night auf dem Brüninghaus-Platz antreten kann“, sagt Schreiber.

Zudem dürfe der Festzug, wie bereits berichtet, nicht mehr über die Bundesstraße ziehen. Deshalb machen sich die Schützen vom Festplatz auf dem Weg zum Rathausparkplatz. Dort soll gegen 14.40 Uhr die Königsparade erfolgen. Von dort aus nimmt der Festzug folgenden Weg: Goethestraße, Talstraße, Freiheitstraße, Bahnhofstraße, Bahnhofsplatz, Karlstraße, Inselstraße, Bahnhofstraße, Altes Dorf. Er endet am Zelt, wo gegen 16 Uhr die Musiker aufspielen, die auch schon am Festzug beteiligt waren.

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