Schließung Turnhalle Eveking und Stadion Riesei steht bevor

Der Rasenplatz Riesei, die Laufbahnen und die Leichtathletik-Anlagen sollen aufgegeben werden.

Werdohl - Mit der schon lange beschlossenen Schließung der Turnhalle in Eveking und des Stadions Riesei zum Januar nächsten Jahres haben Politik und Verwaltung noch eine sehr unangenehme Aufgabe vor sich. Bei Jahreshauptversammlungen beklagten sich jüngst öffentlich Vereinsvorstände über die Verwaltung. Montag im Rat zeigte sich Fachbereichsleiter Michael Grabs sehr verärgert über den Ton in mancher Vereins-Darstellung.

Das Sparziel wurde noch unter Bürgermeister Griebsch von allen Ratsfraktionen so beschlossen: 76.000 Euro sollen im Bereich Sport eingespart werden, in dem keine Bewirtschaftungs- und Abschreibungskosten mehr für die beiden Sportstätten entstehen. Der Stärkungspakt Kommunalfinanzen verlangte das.

Beide Einrichtungen, die Turnhalle Eveking wie auch der Rasenplatz Riesei samt der Laufbahn und einer sehr kleinen Leichtathletik-Anlage drumherum werden vom Schulsport nicht oder nur theoretisch genutzt. Weil es keine städtische Nutzung mehr gebe, sollen die Plätze eben nicht mehr durch die Stadt bewirtschaftet werden. Für die Vereinssportler, die diese beiden Einrichtungen nutzen, gibt es Ausweichmöglichkeiten. Zum Beispiel ist die Halle in Eveking nicht weit von der Schulturnhalle in Kleinhammer entfernt, die Sportler sollten dorthin fahren können.

Das Thema ins Rollen brachte am Montag im Rat der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Jansen. Es rumore in der Vereinslandschaft, meinte er unter dem Tagesordnungspunkt „Anfragen“. Die Leichtathleten des TuS Jahn, die FSV und der TuS Versetal seien mit der beabsichtigten Schließung nicht einverstanden, so habe seine Fraktion das wahrgenommen. Jansen: „Es gibt erheblichen Beratungsbedarf bei den Vereinen. Wir Politiker sind alle gut im Thema, aber die Vereine offensichtlich nicht.“ Jansen schlug vor, Vertreter der drei Vereine zur nächsten Sitzung des Schul- und Sportausschusses einzuladen, dann müsse man noch einmal „neu“ überlegen.

Nach Fördermitteln forschen

Der WBG-Fraktionsvorsitzende Volker Oßenberg ging sogar noch weiter: Bei der Verwaltung sollte nachgeforscht werden, ob es nicht vielleicht sogar Fördermittel gebe, die zur Finanzierung der beiden Einrichtungen beitragen könnten. Für die SPD sagte Ratsherr Jürgen Henke, dass er aus Altena mit einer ähnlichen Problematik erfahren habe, dass es einen entsprechenden EU-Fördertopf gebe.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Ohrmann trat zurückhaltend auf. Es sei klar, dass jetzt Reaktionen von den Vereinen kämen. Der Sachstand sei aber zu jeder Zeit an die Vereine weitergegeben worden. Die Aufgabe dieser beiden Einrichtungen sei noch in der alten Legislaturperiode beschlossen worden, jetzt müssten sie gemeinsam von Verwaltung und Rat abgearbeitet werden.

Fachbereichsleiter Michael Grabs mochte den Vereins-Vorwurf nicht auf der Verwaltung sitzen lassen: „Der von den Vereinen in der Zeitung vorgebrachte Sachstand ist falsch.“ Die Verwaltung sei immer wieder und bis heute in Gesprächen mit Vorsitzenden und Vorstandsmitgliedern. Grabs: „Es stimmt nicht, wenn gesagt wird, dass da nichts passiert.“ Die Bedarfe an Hallenstunden, Rasenplatzbelegung und Leichtathletik-Training seien „immer wieder besprochen und diskutiert worden.“ Dabei habe sich bei allen Vereinen herausgestellt, dass wohl niemand die finanziellen Möglichkeiten habe, die Sportstätten auf eigene Kosten zu betreiben. Grabs redete sich fast in Rage: „Von den Vereinen haben wir bis heute aber nicht Definitives gehört.“ Die Verwaltung habe „alle Fakten übergeben, alles besprochen, allen Ausweichmöglichkeiten angeboten.“

Dabei gehe es nur um die Bewirtschaftungskosten und nicht – wie in Altena – um den Verkauf einer Halle an einen Verein. Grabs: „Ich verstehe voll und ganz, wenn die Vereine frustriert sind, weil sich ihre Lage verschlechtert.“

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