Schließung der Jahnturnhalle ist sicher: Über 30 Anträge im Rat diskutiert

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Bürgermeisterin Silvia Vossloh leitete gestern die Ratssitzung zur Hauhaltsverabschiedung. Souverän führte sie durch die mehrstündige Sitzung mit mehr als 30 Anträgen.

Werdohl - Bevor der Haushalt 2017 inklusive zweier Veränderungslisten am Montagabend einstimmig verabschiedet wurde, mussten sich die Ratsmitglieder durch einen Wust von insgesamt mehr als 30 Anträgen kämpfen.

Da es wieder einmal aus Zeitmangel und wegen eines zu knappen Terminplanes nicht gelungen war, die Anträge vorher zu bündeln und im Hauptausschuss zu besprechen, waren alle strittigen Diskussionspunkte in den Rat verlegt worden. Das machte die Sitzung für die Zuhörer meistenteils kaum nachverfolgbar. 

Dazu kamen weitere fünf strittige Punkte aus der ersten Veränderungsliste des Kämmerers, die in den Haushalt eingepasst werden mussten. Bei einem der allerletzten Punkte auf der Liste der abzuarbeitenden politischen Anträge und Verwaltungsvorschläge kam es zum Beschluss der Schließung der Jahnturnhalle.

Jahnturnhalle "mit einem Federstrich geschlossen"

Die meisten der Zuhörer waren da schon gegangen, es war für alle eine massive Konzentrationsleistung. Wilhelm Jansen von der SPD hakte nach: „Wir haben gerade mit einem Federstrich die Jahnturnhalle geschlossen, will die Verwaltung dazu vielleicht etwas sagen?“ 

Bürgermeisterin Silvia Voßloh wollte: Die Verwaltung habe bei den Nutzern der Jahnturnhalle Wünsche und Bedarfe abgefragt, es seien genügend alternative Hallenzeiten vorhanden. Alle Nutzer könnten ausweichen, nur nicht immer unbedingt zur selben Stunde. 

Weil jetzt die Halle in Eveking noch ein Jahr weiter bestehen bleibe, habe die Verwaltung noch mehr Optionen zur Hallenbelegung. Es sei noch nicht alles in Gänze geklärt und nicht jeder sei voll zufriedengestellt, sagte sie. Wilhelm Jansen war damit auch nicht zufrieden. Bei so einem sensiblen Thema hätten die Politiker im Schulausschuss darüber diskutieren müssen. 

Aus der Zeitung von Schließung erfahren

Schulleiterin Kringe und Stadtsportverbandsvorsitzender Müller-Schlotmann hätten von der Schließungsabsicht nur aus der Zeitung erfahren. Jansen: „Da müssen wir in Zukunft anders mit umgehen, Leute!“ Fachbereichsleiter Michael Grabs räumte ein, nicht mit der Schule gesprochen zu haben. Die Vereine und der Stadtsportverband seien stets im Thema gewesen. 

Voßloh erklärte, dass die Halle nicht zum Stichtag 31. Dezember 2016 geschlossen werden müsse: „So einen Zeitdruck haben wir nicht.“ Grabs bot an, das Ende des Schulhalbjahres als Ziel zu nehmen. Dann könne auch die Schule reagieren. 

CDU-Sprecher Ohrmann versuchte, die Entscheidung zu rechtfertigen. FDP-Sprecher Friedhelm Hermes wollte die Schließung abmildern und sprach von einem langsamen Auslaufen: „Das wäre doch ein Zeichen, dass wir behutsam damit umgehen.“

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