Schlechte Noten für den Baubetriebshof

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Prüfer sehen in der Grünflächenbewirtschaftung der Stadt Werdohl erheblichen Verbesserungsbedarf.

Werdohl -   Die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) hat der Stadt bei der Bewirtschaftung der städtischen Grünflächen ein sehr schlechtes Zeugnis ausgestellt. Bei einer Nutzwertanalyse erreichte die Steuerung der städtischen Aufgabe „Grünflächen“ nur einen Grad von 29 Prozent – gemessen am optimalen Nutzwert von 100 Prozent offenbart die Untersuchung einen erheblichen Verbesserungsbedarf. Diese Aufgabenstellung richtet sich besonders an Fachbereichsleiter Thomas Schroeder und Baubetriebshofleiter Uwe Bettelhäuser.

Die Aufgabenwahrnehmung im Bereich der städtischen Grünflächen erfolgt derzeit dezentral. Für Park- und Gartenanlagen sowie das Straßenbegleitgrün sei die Abteilung Bauen und Immobilienmanagement, für die Pflege und Wartung der Spiel- und Bolzplätze die Abteilung Jugend zuständig. Im Prüfbericht heißt es: „Die Stadt Werdohl sollte die Aufgaben der Grünflächenpflege und die Unterhaltung an einer Stelle zusammenführen.“ Neben Synergieeffekten könnte auch das Fachwissen gebündelt eingesetzt werden.

Werdohl sollte auch nach Einschätzung der Prüfer ein strategisches Konzept für das gesamte Stadtgebiet entwickeln, bislang sei nichts dergleichen vorhanden. Die bisherige Entwicklung von Frei- und Grünflächen erfolge lediglich anlassbezogen, das heißt ohne systematische Planung. Die Prüfer regen eine Befragung der Bürger an, wie zufrieden sie mit den städtischen Grünflächen hinsichtlich Gestaltung, Größe und Pflege sind.

Die grundlegende Voraussetzung für eine zielgerichtete Steuerung der Grünflächenpflege sei ein Überblick über alle vorhandenen Flächen – der sei in Werdohl aber überhaupt nicht vorhanden, es existierten keinerlei Flächendaten der Park- und Gartenanlagen. Zudem gebe es in den Fachabteilungen keine Kostenrechnung für die Planung und Verwaltung der Grünflächen. Ein Berichtswesen sei dementsprechend auch nicht vorhanden.

Aus Sicht der GPA sei es „vordringlichste Aufgabe“ der Stadt Werdohl, einen detaillierten Überblick über den gesamten kommunalen Grünflächenbestand zu gewinnen. Daraus aufbauend müsse zur Verbesserung der Transparenz eine Kostenrechnung für alle Grünflächen aufgebaut werden. Ein Berichtswesen könne eine Negativentwicklung frühzeitig erkennbar machen.

Zwischen der Stadtverwaltung und dem Baubetriebshof bestehe laut GPA ein eindeutiges Auftraggeber-Auftragnehmer-Verhältnis. Die Verwaltung treffe die Entscheidung, ob sie den Bauhof oder einen privaten Anbieter beauftrage. Der Stadt würden die geleisteten Stunden mit Sätzen für Mitarbeiter und Maschinen in Rechnung gestellt. Das wird von der GPA bemängelt: „Nur wenn der Baubetriebshof seine Leistungen über Stückpreise (Leistungspreise) abrechnet, ist ein realistischer Vergleich mit den Preisen privater Anbieter möglich.“ Erst dann könnten verlässliche Aussagen darüber getroffen werden, inwieweit der Baubetriebshof seine Leistungen wirtschaftlich erbringe.

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