Theater für Kinder

Schauspieler verzaubern Kinder und kapitulieren vor Regenwetter

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Erstaunen, Freude, Spannung, Verwunderung, Spaß und Überraschung: Die Gesichtsausdrücke der Kinder sprachen Bände.

Werdohl - Als am Freitagnachmittag ein kurzer Regenschauer einsetzte und der Wind kräftig blies, leerte sich der Goethespielplatz im Nu. Mit Rücksicht auf die Technik musste das Theater Eins plus Eins die Veranstaltung nach 45 Minuten abbrechen.

Nur Augenblicke zuvor herrschte dort noch großer Andrang: Zahlreiche Mädchen und Jungen waren mit ihren Eltern und Großeltern gekommen, um die Aufführung des Theaterstückes „Der kleine Muck ganz groß“ zu verfolgen. Bis zum Einsetzen des Regens war der dritte Auftritt von Petra Nadolny und Wolfgang Fiebig ein großer Erfolg.

Sowohl den beiden Schauspielern auf der Bühne als auch den etlichen Kindern im Publikum war die Freude an dem dargebotenen Stück zweifelsfrei anzusehen. Die älteren Besucher hingegen blickten etwas nachdenklicher, schließlich ging es im Stück darum, was denn das Glück wohl sei? Manch einer suchte in Gedanken scheinbar nach seiner persönlichen Antwort auf diese Frage.

Fiebig betrat als erster die kleine Bühne. Als er pantomimisch Flöte spielte, das Instrument aber tatsächlich zu hören war, rief ein begeisterter Junge neugierig: „Wie machst Du das?“ Und so war nach wenigen Sekunden klar: Die beiden Akteure hatten ihr Publikum bereits für sich gewonnen.

Die Zuschauer lachten oftmals entfesselt. Witzige Wortschöpfungen amüsierten auch die Erwachsenen. So empörte sich Fiebig in seiner Rolle als Doktor Placebo aus unterschiedlichen Gründen immer wieder: „Was für eine Frechigkeit.“

Es braucht nicht vieler, ausgefallener Requisiten, um ein Kindertheaterstück auf die Bühne zu bringen. Da wird ein aufgeblasener Schwimmreifen auch einmal schnell zu einem Turban.

Nadolny hingegen spielte den kleinen Muck. Den Turban der Märchengestalt ersetzte sie kurzerhand durch einen aufgeblasenen Schwimmreifen, den sie sich auf den Kopf setzte.
 
Und als sie im Verlaufe der Geschichte dann mit Zauberschuhen, die sie rasend schnell rennen ließen, zum Star des Zirkus Maccaroni wurde, war klar, woher der Name des Stückes kam: Denn in die Manege trat sie mit dem Künstlernamen „Der große Muck“.

Doch an dieser Stelle verfinsterte sich der Werdohler Horizont – und nur ein paar Wimpernschläge später fand die Kindertheater-Aufführung ein jähes Ende. Die beiden Schauspieler aus Reichshof mussten sich dem Regen geschlagen geben.

Die eine oder andere Mutter versprach dem Nachwuchs als Trost ein Eis. Und vielleicht kommt das Theater Eins plus Eins ja schon bald wieder ins Sauerland.

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