Schauerte: 300 000 Euro für den Standort Werdohl

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Inhaber Dieter Schauerte (r.) und Geschäftsführer Andreas Sicken demonstrieren, dass auch weiterhin an der Plettenberger Straße für Volkswagen Service angeboten wird. Das Werdohler Autohaus Schauerte wird allerdings nach dem geplanten Umbau als Vertriebszentrum der Marke Skoda firmieren. Konzernvorgaben machten diese Markentrennung nötig.

Werdohl - Die Auto-Unternehmensgruppe Schauerte strukturiert auf Druck der Hersteller ihre Häuser und Marken im Lennetal um. Dazu gehört, dass in den Standort Werdohl an der Plettenberger Straße rund 300 000 Euro in einen großzügigen Umbau investiert werden. So entsteht ein Skoda-Exklusiv-Vertrieb mitsamt Service und Werkstatt für das gesamte Lennetal.

„Die Konzernvorgaben zwingen uns dazu“, erklärte jetzt Inhaber Dieter Schauerte. Die einzelnen Marken präsentieren sich getrennt voneinander, in Werdohl werden künftig Skodas verkauft. Der Betrieb in Werdohl werde auch zukünftig und weiterhin den kompletten Service mit Werkstatt und Teileverkauf für die Marken Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge bieten. „Und wenn einer dort einen VW kaufen will, werden wir ihn sicher auch nicht wegschicken“, so Schauerte. Nach außen hin werde das Autohaus an der Plettenberger Straße aber ein Verkaufs- und Präsentationshaus für die Marke Skoda werden. Große Umbauten sind geplant. Andreas Sicken ist Geschäftsführer für die Schauerte-Gruppe in Werdohl und zukünftig für die Marke Skoda im Lennetal verantwortlich. Platz gibt es reichlich an der Plettenberger Straße für eine ansprechende Präsentation der Fahrzeuge. Innen und außen wird im Laufe des Jahres umgebaut. Erste Pläne liegen bereits vor, das Investitionsvolumen liegt laut Inhaber Dieter Schauerte bei 300 000 Euro. Den Standort in Werdohl hatte Schauerte 2007 von Piepenstock übernommen.

Schauerte ist seit 46 Jahren im Geschäft, er hat es von seinem Vater übernommen. Sohn Henrik Schauerte ist als Geschäftsführer verantwortlich für VW in Plettenberg, Bruder Stefan Schauerte ist verantwortlich für Audi und Seat in Plettenberg.

Die Schauerte-Marken VW, VW Nutzfahrzeuge, Audi, Skoda und Seat legen (wie alle anderen Autohersteller auch) so genannte „Markenverantwortungsgebiete“ für die Händler fest. Innerhalb dieser Gebietsabsprachen kommen sich die Händler einer Marke nicht in die Quere. Mit dem Begriff der „Markenverantwortung“ macht der Hersteller auch Druck auf die Händler. „Wenn wir nicht genügend Fahrzeuge in dem entsprechenden Gebiet absetzen, werden wir zur Rechenschaft gezogen“, beschreibt Dieter Schauerte die Praktiken der Autohersteller.

Das Markenverantwortungsgebiet für Skoda reicht von Nachrodt bis Lennestadt. Audi deckt die Lenneschiene plus Attendorn, Neuenrade, Balve und Herscheid ab. Das VW-Gebiet reicht von Altena bis Finnentrop plus Neuenrade und Herscheid.

Die Vorgaben der Hersteller sind unmissverständlich. Schauerte: „Da heißt es mitmachen oder aussteigen. Wenn wir nicht deren Vorgaben erfüllen, dann koppeln die uns ab.“ Das Geschäft habe sich stark konzentriert, so Schauerte. In seiner Heimatstadt Plettenberg habe es 1969 noch zwölf Händlerbetriebe für Autos gegeben, heute nur noch einen: „Und das sind wir.“

Nur durch Größe könne heute noch Geschäft gemacht werden, erzählt Schauerte. Die Unternehmensgruppe verkaufe im Jahr bis zu 1200 Neuwagen aller Marken, dazu kämen weitere 1000 Gebrauchtwagen. Schauerte: „Das heißt, dass wir pro Arbeitstag acht Fahrzeuge verkaufen müssen. Verkaufen wir einen Tag keinen Wagen, müssen es am nächsten Tag schon 16 Autos sein.“

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