Hunderte Besucher beim Apfelfest auf dem Dösseln

Äpfel von heimischen Bäumen. Tausende der süßen Früchte wurden am Sonntag auf dem Hof Crone verkauft oder verarbeitet. Foto: Machelett

Werdohl - Das ist Landwirtschaft zum Anfassen und Erleben. Was die Familie Crone und das Naturschutzzentrum des Märkischen Kreises sowie die zahlreichen fleißigen Helfer Jahr für Jahr auf die Beine stellen, sucht seinesgleichen. Das Apfelfest war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg – und pünktlich zum Auftakt kam sogar die Sonne.

Monatelange Vorbereitung und viel Liebe zum Detail zeichnen die Veranstaltung aus. Denn auch wenn das Team eingespielt ist und die zahlreichen Vereine, die Jahr für Jahr mitwirken, den Termin fest im Kalender haben, gibt es im Vorfeld viel zu erledigen. Schließlich ist der Besucherandrang gewaltig. Hunderte schlenderten auch dieses Mal über den Hof. Überall gab es etwas zu entdecken. Es duftete nach Äpfeln und Reibekuchen. Die Musik der teilnehmenden Chöre empfing die Gäste.

„Wir hatten schon so unsere Probleme im Vorfeld. Vor allem mit dem Wetter. Am Donnerstag lag beispielsweise so viel Schnee, dass wir eigentlich gar nichts machen konnten“, berichtete Christian Crone. Und auch am Morgen sah es noch nach Regen aus. Schließlich war in einigen Wetterberichten von bis zu zehn Litern pro Quadratmeter die Rede. Doch gegen Mittag kam kein Regen, sondern Sonne – und mit ihr die Besuchermassen. In den Gängen der Scheune und auch draußen herrschte Gedränge. Ein Moment, den Crone sichtlich genießt. Denn genau diese glücklichen und vor allem interessierten Blicke der Besucher treiben ihn und alle anderen Helfer Jahr für Jahr an.

20. Sauerländer Apfelfest

„Ich glaube, das Besondere ist, dass es hier nicht allein um Kommerz geht, wir legen viel Wert auf Informationen und Wissensvermittlung. Das wird wirklich gut angenommen“, freute sich Crone. So hatten beispielsweise die Pomologen alle Hände voll zu tun. Viele Besucher hatten nämlich extra einen Apfel aus ihrem Garten mitgebracht um ihn bestimmen zu lassen. „Das ist ein Weihnachtsapfel. Man erkennt ihn am Geschmack und an den kleinen Sternchen hier“, erklärte die Obstkundlerin einer Besucherin. Hunderte Apfelsorten waren zudem ausgestellt. Außerdem lernten die Besucher, dass es Apfelsorten gibt, die nach der Ernte noch nachreifen müssen. Der Boskop beispielsweise entfalte seinen Geschmack erst, wenn er noch einige Tage gelegen habe.

Wer jeden Stand besuchte und sich informierte, war am Abend gewiss ein Apfel- und Kartoffelexperte. Vor allem für die Kinder gab es viel zu entdecken. So konnten sie beispielsweise einige Geheimnisse lüften. Unter anderem am Lumbricus, dem Umweltbus der Natur- und Umweltschutz-Akademie Nordrhein-Westfalen. Dort wurde das Leben unter der Erde erforscht.

Erstmals war Bauer Theodor Steiling aus Beelen dabei und zeigte kindgerecht, wie aus Korn Brot wird. Da lernten nicht nur die Kinder etwas, sondern auch Mama und Papa. Steiling war übrigens selbst überrascht: So einen Andrang hatte er doch nicht erwartet.

Allerdings es gab auch traurige Momente. Pastor Rüdiger Schmale hielt zum letzten Mal die ökumenische Andacht, die das Apfel-Fest traditionell eröffnet. 18 Mal war er dabei. Doch nun ist Schluss. Mit einem Spital-Apfel-Baum wurde er standesgemäß von den Veranstaltern in den Apfel-Fest-Ruhestand geschickt.

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