Rutschenhügel wird Streitfall

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Das sieht man auf den ersten Blick: So sollte es nicht unter einem Spielgerüst für Kinder aussehen. Die Stadt ist der Meinung, dass dieser Rutschenhügel auf dem Spielplatz an der Grundschule nicht fachgerecht aufgebaut wurde.

Werdohl -  Bis auf den Rutschenhügel wird der größtenteils gesperrte Spielplatz auf dem Gelände der Grundschule Ütterlingsen bis Ostern wieder freigegeben. Wegen der Nachbesserung der Fundamente der Rutsche wird die Stadt gegen die Berliner Firma vor Gericht ziehen müssen.

Der Spielplatz wurde im Mai 2014 eingeweiht. Rund 350 000 Euro kostete der Bau, 80 Prozent dieser Kosten (280 000 Euro) wurden durch Fördermittel aus dem Stadtumbau West gedeckt. Die Stadt steuerte einen Eigenanteil von 70 000 Euro bei. Alle Bauarbeiten waren abgenommen und für den Spielbetrieb freigegeben. Mitte Juli 2015 entdeckten Mitarbeiter der Verwaltung gravierende Mängel vor allem an Fundamenten und Aufbauten der Anlage, aus Sicherheitsgründen wurde der gesamte Platz damals mit sofortiger Wirkung abgesperrt. Regen und Spielbetrieb hatten die Schäden sichtbar gemacht.

Unverzüglich setzte sich die Stadt mit den Vertretern des Planungsbüros und den ausführenden Firmen in Verbindung, um auf Nachbesserung zu drängen und um rechtliche Fragen zu klären. In einem ersten Schritt konnte Anfang September das Kleinspielfeld oberhalb des Schulhofes wieder freigegeben werden. Seit Mitte September konnten die Schulkinder wieder auf den großen Holzturm auf ihrem Schulhof klettern. Die Fundamente der Findlinge vor dem großen Holzturm konnten nachgearbeitet werden. „Sie waren schräg gearbeitet und deshalb bestand erhöhte Verletzungsgefahr“, erklärte damals der Fachbereichsleiter Thomas Schroeder. Darüber hinaus sei eine Nase an den Steinen entfernt worden. Ein Großteil der Spielgeräte, Türme und Einrichtungen ist aber bis heute mit stabilen Gitterzäunen abgesperrt.

Das vorerst letzte dieser seit Oktober laufenden Gespräche wurde am 26. Januar geführt. Die Planer vom Dortmunder Büro „Stadtkinder“ und der Bauleiter der Arbeitsgemeinschaft sowie die Vertreter der zwei bauausführenden Firmen trafen sich, um Zuständigkeiten zu klären und Arbeitsweisen zu besprechen. Schroeder: „Danach ist jetzt klar, welches Gerät auf welche Weise nachgebessert wird und wer an welcher Stelle in der Pflicht ist.“ Demnach könne mit Ausnahme des Rutschenhügels alles so nachgearbeitet werden, dass der Spielplatz ab Ostern wieder freigegeben werden könne. Mit einer der beiden bauausführenden Firmen sei keine Einigung erzielt worden. Der Spielgerätehersteller habe sein Gerät selbst aufgebaut, das ist nach Ansicht der Stadt nicht fachgerecht gemacht worden. Der „eklatante Mangel“ ist mit bloßem Auge zu erkennen, die Fallhöhe für Kinder auf die Betonsockel zu groß. „Das Unternehmen verweigert hartnäckig die teure Nachbesserung“, so Schroeder, „deshalb gehen wir damit vor Gericht.“ Aus Gründen der Beweissicherung müsse der Rutschenhügel weiter gesperrt bleiben. Alle anderen Mängel ließen sich gemeinsam relativ einfach beheben.

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