Rohe übernimmt Vorsitz beim Kleinen Kulturforum

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Heinz Rohe, der früherer Leiter der Gesamtschule, trat die Nachfolge von Dr. Hans Joachim Hultsch an der Spitze des Kleinen Kulturforums an.

Werdohl - Zwei herausragende Akteure hat das Kleine Kulturforum (KKF) am Donnerstagabend bei der Jahreshauptversammlung verloren. Zwölf Jahre nach der Gründung des Vereins, der zunächst unter dem Logo Werdohler Kulturforum firmierte, verabschiedeten sich der Vorsitzende Dr. Hans Joachim Hultsch und der Kuratoriumssprecher Jürgen Hennemann.

Die Bedeutung der beiden scheidenden Führungsfiguren würdigte Heinz Rohe, der von den Mitgliedern einstimmig zum Nachfolger von Hultsch bestimmt wurde. Der scheidende Vorsitzende hatte seinen Nachfolger mit den Worten angekündigt: „Da kommt etwas Gutes auf uns zu.“ Rohe revanchierte sich: „Mir ist bewusst, dass ich in sehr große Fußstapfen trete.“ Er erinnerte an „weit mehr als 150 Veranstaltungen“, die Hultsch mit dem Kleinen Kulturforum in den vergangenen zwölf Jahren auf die Beine gestellt habe. Auch Verwaltungsvertreterin Reinhild Wüllner-Leisen dankte dem frischgebackenen Ex-Vorsitzenden „im Namen der Stadt für die geleistete Arbeit und die stets gute Zusammenarbeit“. Rohe wünschte sie „ein weiterhin gutes Händchen“. Der Ex-Schulleiter der Gesamtschule würdigte dann das Werk Hennemanns: „Sie haben die dicken Bretter intensiv gebohrt. Ohne Sie wäre das Kulturleben in Werdohl ärmer gewesen.“

Wiedergewählt in den KKF-Vorstand wurden jeweils einstimmig Schatzmeisterin Susanne Gräser und Schriftführerin Annette Wolf.

Gut anderthalb Stunden zuvor hatte Hultsch annähernd 30 Anwesende zur Jahreshauptversammlung begrüßt. Das seien „so viele wie noch nie“, freute sich der Noch-Vorsitzende zu Beginn des Abends. „Dem KKF geht es gut“, sagte Hultsch gleich eingangs. „Die gute Finanzlage lässt uns froh in die Zukunft schauen“, schob er hinterher. Zwar sei das Kulturforum nicht in der Lage, den Wegfall des städtischen Kulturbogens zu kompensieren, aber doch ein „gutes, vielfältiges Programm“ auf die Bühne zu bringen.

Auch wirke das KKF oftmals „im Hintergrund“ – beispielsweise beim Brückenbürgerweinfest und bei der Lennepromenade. Der Bürgerstammtisch werde am 17. Januar 2016 erstmals im Restaurant Vier Jahreszeiten einen Bürger-Neujahrsempfang ausrichten. Volksbank wie Sparkasse hätten jeweils 1000 Euro für diese Veranstaltung gespendet. Das KKF trete als Mit-Veranstalter auf.

Der scheidende Vorsitzende schloss seinen Jahresbericht mit einem „Wermutstropfen“: Die Firma Vossloh habe die Schirmherrschaft für das KKF abgegeben und werde Veranstaltungen jetzt, wenn überhaupt, nur noch im Einzelfall sponsern.

Geschäftsführerin Petra Kullack hielt ihres Jahresbericht. Sie erinnerte an verschiedene Ausstellungen, Krimi- und Wilhelm-Busch-Lesungen sowie eine Heinrich-Heine-Matinée. Sie bedauerte aber auch, dass mehrere Veranstaltungen hätten abgesagt werden müssen, weil die „komplizierte Bedienung der Alarmanlage“ im Bahnhofsgebäude potenziellen Mietern nicht vermittelbar sei.

Kullack listete auch noch auf, wofür das KKF in den vergangenen zwölf Monaten Geld ausgegeben habe: Stellwände und ein Erweiterung der Beleuchtung seien angeschafft worden, ebenso sei der alte Bühnenvorhang aus dem ehemaligen KKF-Domizil an der Goethestraße umgearbeitet worden. Und schließlich sei das Klavier zwei Mal gestimmt worden.

In Vertretung der erkrankten Schatzmeisterin gab Hultsch den Kassenbericht. Er wies ein kleines Minus aus. Der Verein stehe aber weiterhin gut da. Aktuell habe er noch 131 Mitglieder, vor Jahresfrist waren es 136.

Kuratoriumssprecher Hennemann gab seinen letzten Bericht: Vor zwölf Jahren habe er selbst das Säulenmodell des Kuratoriums mit aufgebaut. Die Säulen seien die Schulen, die Kirchen, heimische Künstler, Vertreter der Politik, die städtische Kultur-Abteilung, die Musikschule, der Kulturverein „Werdohl heute“ sowie die Freunde der Stadt Werdohl. Hennemann bilanzierte: „Die Zeit ab 2003 hat Spaß gemacht. Doch irgendwann ist die Zeit auch einmal abgelaufen.“ Er selbst habe bereits Kontakt zu „einem Werdohler Bürger“, der seine Nachfolge antreten könne. Der Kuratoriumssprecher wird indes nicht von den Mitgliedern des KKF gewählt, sondern von den Vertretern der Säulen. Dazu finde eine Kuratoriumssitzung statt – und zwar am 19. Januar ab 18 Uhr in den Räumen des Kleinen Kulturforums.

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