Frust über Autokauf endet vor Gericht

(Symbolfoto)

Werdohl -   Ein gescheiterter Autokauf hatte jetzt ein gerichtliches Nachspiel. Auf der Anklagebank saßen dabei Vater und Sohn, die einen 29-jährigen Werdohler bedroht haben sollen.

Auf eine Geschäftsreise der besonderen Art machten sich zwei Männer aus Münster am 23. Mai: Sie hatten einen zum Verkauf stehenden BMW, Baujahr 2004, im Internet gefunden und wollten sich den Wagen mit 5500 Euro in der Tasche, also mit ernsten Kaufabsichten, in Werdohl ansehen. Eine solche Summe sei telefonisch vereinbart gewesen, trugen sie im Amtsgericht Altena vor. Dann aber habe der Verkäufer plötzlich mehr verlangt, wodurch das Geschäft geplatzt sei. Die Aufforderung, sich an den Spritkosten für die zwei Mal 120 Kilometer lange Fahrt zu beteiligen, habe der Verkäufer kategorisch abgelehnt.

Vor Gericht standen Vater (50) und Sohn (33), weil die Staatsanwaltschaft ihnen Sachbeschädigung und Bedrohung vorwarf. Der Werdohler Verkäufer (29) berichtete vor Gericht von entsprechenden Beobachtungen. Demnach war der Ältere der gefrusteten Männer vor der Rückreise mit einem spitzen Gegenstand an der ganze Länge des BMW entlanggefahren und hatte dadurch erheblichen Sachschaden verursacht. Bei einem Telefongespräch habe sein Sohn dann mit Drohungen auf das Angebot des Verkäufers reagiert, die Angelegenheit ohne Einschaltung der Polizei zu regeln.

Die beiden Angeklagten wiesen die Vorwürfe strikt zurück: „Ich bin kein Kind“, argumentierte der Ältere. „Das ist unglaublich. Was will dieser Mann?“ Sein Sohn bestritt ebenfalls, dass er dem Verkäufer mit Konsequenzen für Leib und Leben gedroht habe, falls dieser zur Polizei gehen würde: „Um Gottes willen!“

Doch Staatsanwalt und Richter kamen letztlich zu der Auffassung, dass der Werdohler BMW-Verkäufer keinerlei Grund gehabt hätte, die beiden Männer aus Münster zu Unrecht zu bezichtigen. Außerdem erwiesen sich seine Angaben – trotz einiger Schwierigkeiten in der Beweisaufnahme – als in sich schlüssig. Richter Dirk Reckschmidt verurteilte den 50-Jährigen deshalb wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je 25 Euro. Sein Sohn muss wegen der Bedrohung 100 Euro an die Staatskasse zahlen.

Der BMW, dessen Verkaufspreis laut den Angaben und Überschreibungen im letztlich nicht genutzten Kaufvertrag bei 5200, 5600 oder 6000 Euro liegen sollte, wurde mittlerweile nach Polen verkauft – für 4500 Euro. Die Höhe des Schadens durch die Kratzer wurde nicht ermittelt.

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