Reservistenkameradschaft reinigt 1900 Grabplatten

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Das Wetter war zu Beginn des Arbeitseinsatzes nicht so gut, zuvor hatte es einen dreitägigen Sturm gegeben, dessen Hinterlassenschaften von den Soldaten zu beseitigen waren.

Werdohl - Gemeinsam mit zwei aktiven Soldaten fuhren jetzt acht Mitglieder der Reservistenkameradschaft Werdohl-Neuenrade zu einem Arbeitseinsatz in die Normandie. Im Laufe von zusammengerechnet mehr als 500 Arbeitsstunden reinigten sie etwa 1900 Grabplatten auf dem Deutschen Soldatenfriedhof in La Cambe.

Von Unna aus brachen die Werdohler und Neuenrader in Richtung Cherbourg auf – eine Strecke von 875 Kilometern lag vor den Sauerländern. „Aufgrund der terroristischen Anschläge Mitte Januar in Frankreich und Belgien sowie fortlaufender polizeilicher Aktionen gab es für beide Ländern ein Uniformtrageverbot“, berichten die Kameraden nach der Reise. „Nur auf der Fahrt von Cherbourg nach La Cambe und während des Einsatzes auf dem Soldatenfriedhof trugen wir Uniform.“

Während ihres zehntägigen Aufenthaltes waren die Reservisten in einer Marineschule untergebracht. Eine ungewöhnliche Erfahrung für die Männer: Weder Grillen noch alkoholische Getränke waren erlaubt.

Bevor die Kameraden mit ihrem Arbeitseinsatz begannen, lernten sie im Rahmen einer Führung die Anlage kennen. „Das moderne Empfangsgebäude und Dokumentationszentrum hat uns beeindruckt“, berichten sie nach ihrer Rückkehr. Mit Wassereimer, Wurzelbürste und Zahnbürste ausgestattet, machten sie sich dann daran, die Keramikplatten zu reinigen. Einige halfen auch dabei, die Spuren eines Sturms zu beseitigen. Drei Tage lang habe dieser armdicke, morsche Äste aus den Bäumen gerissen und Blattbüschel im Gras zurückgelassen. Glücklicherweise habe der Sturm aber in der zweiten Woche ihres Aufenthaltes nachgelassen.

Am Wochenende unternahmen die Sauerländer eine Fahrt nach Caen, später standen die Besichtigung der alten Bergfestung in Cherbourg sowie der amerikanische Soldatenfriedhof am Omaha-Beach auf dem Programm. Letzterer habe die Gäste in Staunen versetzt. „Die Lage, Gestaltung des Grabfeldes, der Empfangsraum und die Skulptur vor den Kolonaden zeigen, dass mit viel Geld viel gemacht werden kann“, beschreiben die Reservisten das Erlebnis.

„Unsere schlichten Anlagen erreichen den gleichen Zweck: Erinnerung zu ermöglichen, gemeinsam der Gefallenen zu gedenken und ein vereintes Europa anzustreben“, sind die Werdohler und Neuenrader überzeugt.

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