Soppe-Fragment soll wieder Fische beheimaten

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Ein Siegener Bauunternehmen hat am Mittwoch damit begonnen, die Baustraße herzustellen. Über die Schotterpiste sollen ab Montag die Baufahrzeuge rollen, die zur Renaturierung der Soppe eingesetzt werden.

Werdohl - Auf einer Länge von etwa 300 Metern lässt die Stadt seit Mittwoch die Soppe entlang der Lennepromenade renaturieren. Der Beginn der Bauarbeiten wurde allerdings behindert.

Von der Renaturierung des Lenne-Schwesterflüsschens, das einmal vom Grasacker durch das Alte Dorf bis zur Altenaer Straße verlief und in der 1960er-Jahren im Bereich der Innenstadt weitgehend verrohrt worden ist, verspricht sich die Stadt, dass in dem naturnah wiederhergestellten Teilstück wieder Fische leben können. Auf die Ideen gebracht hatte die Stadt ein Angler. Ein Bielefelder Büro für Umweltplanung hatte in einem Gutachten festgestellt, dass dies möglich sei, wenn das Fragment, das 1858 zum Schutz vor Hochwasser als Soppe-Verlängerung gebaut worden ist und sich derzeit nur noch als versumpfter Graben darstellt, permanent von Wasser durchflossen würde.

Dazu soll nun der Soppe-Graben etwa 60 Zentimeter tief ausgekoffert und sein Ufer hergerichtet werden. Mit diesen Arbeiten soll in der nächsten Woche begonnen werden, nachdem in dieser Woche eine Art Baustraße hergestellt worden ist, auf der Bagger und Lastwagen fahren können. Ganz zum Schluss, laut Planung in etwa vier Wochen, wird der freigeräumte Graben mit Lennewasser geflutet. Dazu wird etwa in Höhe des Lidl-Marktes ein Durchstich vorgenommen, damit Lennewasser in das Soppe-Bett fließen kann. Nach etwa 300 Metern wird es dann im Bereich des Kletterfelsens (Steinwerth) wieder in die Lenne zurückgeführt.

Davon profitieren könnte die Elritze, ein lebhafter Schwarmfisch, der klares, sauerstoffreiches Wasser benötigt und Beutetier der Bachforelle ist.

Knapp 100 000 Euro investiert die Stadt Werdohl in diese Renaturierungsmaßnahme, die auch dafür sorgen soll, dass die Anwohner der Altenaer Straße nicht mehr unter dem Geruch zu leiden haben, den die versumpfte Soppe bisher vor allem bei warmen Wetter verbreitete.

Von dem Geld muss Werdohl allerdings nur zehn Prozent selbst aufbringen, den Löwenanteil steuert das Land bei, weil die naturnahe Gewässerentwicklung zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie beiträgt.

Ausgerechnet ein Einsatz für die Umwelt hat den Start der Baumaßnahme am Mittwochmorgen verzögert. Eine Frau protestierte vor Ort dagegen, dass mehrere Bäume abgeholzt werden sollten. „Die Bedenken konnten aber relativ schnell ausgeräumt werden“, schilderte Thomas Schroeder, zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus, die Situation. Ein Baum habe im Zuge der Baufeldräumung gefällt werden müssen, ein paar weitere hätten weichen müssen, weil das Soppe-Bett auf zwei Meter aufgeweitet werden solle. „Außerdem sind aus Verkehrssicherungsgründen noch einige kranke Bäume entfernt worden und zwei weitere haben die Substanz von Mauerwerk bedroht“, erklärte Schroeder.

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