Prächtiges und Unbekanntes

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Der Chor trug viel zum Kennenlernen von nicht so bekannten Weihnachtsliedern bei.

Werdohl - Bei warmem Dauerregen außerhalb der Christuskirche blieb es am Sonntagabend der Musik überlassen, die passende Stimmung zum 1. Advent zu verbreiten.

Kantorin Marion Jeßegus hatte mit Hilfe des Kirchenchores und zweier Gäste ein Programm zusammengestellt, das den zahlreichen Besuchern die Chance eröffnete, eher unbekannte Lieder zum Thema Advent und Weihnachten kennenzulernen. Bekanntere Werke blieben dem Wechselgesang von Gemeinde und Chor vorbehalten – das schöne „O komm, o komm, du Morgenstern“, der prächtige „Stern über Bethlehem“ und „Das Volk, das noch im Finstern wandelt“. Da machte das Mitsingen Freude.

Die beiden Gäste Ulrike Friedrich (Querflöte) und Prof. Johannes Geffert (Orgel und Cembalo) ermöglichten viele Varianten in der Besetzung verschiedener Stücke für zwei Spieler: Flöte und Orgel im „Pièce“ von Melanie Bonis, Flöte und Cembalo in der Sonate C-Dur (BWV 1033) von Johann Sebastian Bach. Doch – es war auch in diesem Konzert hörbar, um wieviel besser der Thomaskantor sein Handwerk beherrschte als andere Komponisten. Samuel Sebastian Wesleys „Duette zu vier Händen“ waren sicherlich kein Meilenstein der Musikgeschichte, obwohl die Klangkombination aus Truhenorgel und Orgel durchaus interessant war. Ungeteilte Freude machten hingegen die beiden Kompositionen, die Johannes Geffert in ausschließlicher Begleitung der Orgel spielte: Dietrich Buxtehudes Orgelchoral „Nun komm, der Heiden Heiland“ und Alexandre Guilmants prächtige „Paraphrase über ‚Tochter Zion’“.

Der Chor trug seinerseits viel zum Kennenlernen unbekannterer Adventslieder bei: „Komm in unsere stolze Welt“ von Manfred Schlenker, „Noch manche Nacht wird fallen“ von Eberhard Wenzel und „Gelobet sei der Herr“ von Jacob Arcadelt, das älteste Werk des Konzertes aus dem 16. Jahrhundert. Flöte und Klavier unterstützten den Chor bei Kompositionen aus dem 20. Jahrhundert: Klaus Wallraths „Es kommt ein Schiff geladen“, Josef Michels „Du bist in unsre Welt gekommen“ und Winfried Heurichs „Aus der Armut eines Stalles“.

Pfarrer Martin Buschhaus las dazu – passend zum Thema des Advents – Texte der Verheißung: den Lobgesang des Zacharias, Vater des Täufers Johannes, den Lobgesang der Maria bei der Begegnung mit der schwangeren Elisabeth („Meine Seele erhebt den Herrn“) und den Lobgesang des blinden Sehers Simeon, der im kleinen Jesus den Heilsbringer erkennt.

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