Jubelstürme für junge Gesangstalente

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Die Geschwister Katja und Kristina Lohmann hatten sich mit „Ein Mensch zu sein“ aus dem Musical „Arielle, die Meerjungfrau“ ein Lied über Sehnsucht und Neugier ausgesucht.

Werdohl - Einige herausragende Momente und ein entsprechend fasziniertes Publikum hatte die Premiere des neuen Programms der Popgesangsklasse der Musikschule Lennetal am Sonntagnachmittag zu bieten.

In zwei Mal 35 Minuten präsentierten 17 Sängerinnen und ein Sänger, was sie in nur zwei Monaten Probezeit einstudiert hatten. Eine Zugabe gehört noch nicht dazu. Die Zuschauer in der übervollen Musikschul-Aula riefen vergebens danach.

Gesangslehrerin Patricia Vivanco wies zu Beginn darauf hin, dass einige der Akteure erstmals auf einer Bühne stünden in den kommenden – mit Pause – anderthalb Stunden. Ensprechend lägen bei allen Beteiligten „die Nerven blank – bei jedem, auch bei mir“, betonte sie. Geboten wurden dann je zur Hälfte Songs aus Disney-Musicals und Hits aus James-Bond-Streifen.

Dann betrat Jeannine Dunker als erste die Bretter, die die Welt bedeuten. Sie eröffnete das Konzert mit einem Stück über eine innere Befreiung. „Zum ersten Mal“ stammt aus dem Disney-Film „Die Eiskönigin“ und wird im Orginal von zwei Frauenstimmen gesungen. Dunker meisterte das Lied alleine und überzeugte dabei mit einer wunderbar klaren Stimme.

„Diamonds are Forever“ ist ein Bond-Song, wie er typischer kaum sein könnte. Isabelle Müller und Alica Kircher harmonierten beim Vortrag dieses Shirley-Bassey-Klassikers aufs Vortrefflichste.

So hektisch die Bewegungen der Schwestern Jolina und Joana Ossenberg-Engels dann bei „Let it go“ waren, so stimmlich kraftvoll war ihr Auftritt. Das Stück stammt ebenfalls aus der „Eiskönigin“. Es handelt von der Angst vor der eigenen Courage.

Gänsehaut erzeugten dann Viviane Heyn und Kyra Zauner bei allen im Publikum. Aus „Skyfall“ von Adele machten sie etwas Größeres als das Orginal. Dabei erzeugten sie eine Bond-typische atmosphärische Dichte, die die Luft in der Musikschule zum Knistern brachte.

Sehr im Musicalhaften verankert waren danach die Geschwister Katja und Kristina Lohmann. Aus „Arielle, die Meerjungfrau“ hatten sie das Lied „Ein Mensch zu sein“ gewählt – ein Stück über Sehnsucht und Neugier.

Die beiden U2-Musiker Bono Vox und The Edge schrieben den Bond-Song „Goldeneye“, den Tina Turner unvergesslich machte. Das Verruchte dieses Songs hoben Jessica Wehrmann und Nadine Müller auf unnachahmliche Art und Weise hervor. Ein nächster Höhepunkt des Programms.

Vor der Pause folgte dann noch Elvira Rebrik. Die fröhliche Sängerin ließ jeden Einzelnen im Saal ihre Freude am Singen spüren. „You’ve got a friend in me“ aus dem Animationsfilm „Toy Story“ passte dazu, wie wohl kaum ein anderes Stück.

Pfiffe und Jubelstürme gab es gleich beim ersten Stück nach der Pause. Gesangslehrerin Vivanco holte sich Nadine Müller und Solveig Wassmuth auf die Bühne und gemeinsam verkündeten sie, die „Lizenz zum Töten“ zu haben. Zwar kam niemand zu Schaden im Publikum, doch der Gladys-Knight-Song „Licence to kill“ war, von diesen Dreien dargeboten, einfach ein Genuss. Der Auftritt war durch und durch glamourös.

Carina Tönnesmann und Jolina Ossenberg-Engels ließen die Zuschauer anschließend beim Gassenhauer „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Film „Das Dschungelbuch“ begeistert mitklatschen.

Mit zerbrechlicher Stimme und einem melancholischen Vortrag folgte Vanessa Völlmecke. Sie sang „I’m not that girl“, den Idina Menzel im Original im Film „Wicked“ interpretiert.

Der einzige Mann im Ensemble, Thomas Riedel, nahm sich dann Katja Lohmann zur Seite. Zwar hatten die beiden zunächst mit technischen Problemen zu kämpfen, aber dann verzauberten sie die Zuschauer mit „Ein Traum wird wahr“, einem Song übers Sich-fallen-lassen aus dem Musical „Aladdin“.

Mit einer makellosen Performance und vokaler Brillanz rissen Franziska Verse und Carina Tönnesmann die Anwesenden mit. „Die another day“ ist im Original der Bond-Song von Madonna. Diese war einst die Königin der Popmusik – und hätte am Sonntag in Werdohl sehen können, wo ihre Nachfolgerinnen erste Bühnenerfahrung sammeln: ganz klar der dritte Höhepunkt des Konzertes.

Joana Ossenberg-Engels hatte sich ihrerseits mit dem Bond-Evergreen „For your eyes only“ von Sheena Easton ebenfalls ein anspruchsvolles Stück ausgesucht. Ihr Vortrag war geprägt von großer Leidenschaft.

Es folgte das überragende Solo von Katja Lohmann. Mit ihrem „He lives in you“ aus dem „König der Löwen“ krönte sie den Nachmittag.

Solveig Wassmuth und Carina Tönnesmann sangen zum Abschluss „Hakuna Matata“ aus dem selben Musical. Das Stück von Elton John verbreitete gute Laune bei den Zuhörern, die hernach vergnügt heim gingen.

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