Polizei warnt: Kinder mit Sorgfalt anschnallen

Polizeihauptkommissar Lothar Philipps möchten den Eltern verdeutlichen, wie wichtig es ist, Kinder richtig anzuschnallen.

Werdohl -  Lächelnd begrüßt Polizeihauptkommissar Lothar Philipps den Autofahrer. Sein eigentliches Interesse gilt aber nicht der Person, die hinter dem Lenkrad sitzt, sondern den kleinen Beifahrern. Sie sollten korrekt angeschnallt im Kindersitz auf der Rückbank sitzen.

Von Carla Witt

Genau das haben Philipps, seine Kollegen Christoph Flesch und Sven Walter, sowie ein weiteres Team des Verkehrsdienstes Lüdenscheid, am Mittwoch auch in Werdohl kontrolliert. An der Brüderstraße und an der Schulstraße hatten sie sich postiert, um die Autofahrer anhalten zu können, die ihren Nachwuchs in die Grundschule oder in den Kindergarten bringen wollten.

„Niemand will, dass seinem Kind etwas passiert. An dieser Stelle können und sollten Eltern unbedingt auch dafür sorgen. Sie allein haben die Verantwortung für die kleinen Menschen“, betont Philipps. Möglicherweise werde die Gefahr, die dem kleinen Beifahrer im Fall eines Unfalls droht, von einigen Eltern unterschätzt, glaubt der Polizeibeamte. Er rechnet vor: „Ein 30 Kilogramm schweres Kind entwickelt bei einem Aufprall eine Kraft von 750 Kilogramm – dem 25-fachen seines eigenen Körpergewichtes.“

Da könne es auch schon fatale Folgen haben, wenn ein Kind nicht richtig angeschnallt sei, stellt Polizeioberkommissar Christoph Flesch fest. „Wenn das Kind beispielsweise nicht hoch genug sitzt, also der Gurt zu nah am Hals entlang läuft, kann man sich ausmalen, was passieren kann“, warnt der Polizist vor einem Horroszenario. Doch auch Kleinigkeiten könnten die Funktion der Kinderrückhaltesysteme erheblich beeinflussen. „Die Gurte sollten beispielsweise nicht verdreht sein oder labbrig sitzen“, erklärt Flesch. Werde der Sicherheitsgurt nicht durch den richtigen Holm des Kindersitzes geführt, könne das ebenfalls zu ansonsten vermeidbaren Verletzungen führen. „Natürlich darf das Kind auch nicht den Arm über den Sicherheitsgurt legen“, warnt der Polizist.

Auf solche Fehler mussten die Beamten Autofahrer immer wieder hinweisen. „Das ist sicher kein böser Wille und passiert, wenn Eltern morgens in Eile sind“, stellt Christoph Flesch fest. Dennoch könnten solche Nachlässigkeiten böse enden. Schnallen sich größere Kinder selbst an, sollten Eltern den Sitz des Gurtes aus dem gleichen Grund unbedingt kontrollieren, mahnt Philipps.

Insgesamt seien am Mittwoch in Werdohl die Rückhaltesysteme in 34 Autos kontrolliert worden, berichtete Andreas Filthaut, zuständig für Verkehrsunfallprävention im Südkreis. „Zwei Fahrzeugführer mussten ein Verwarnungsgeld zahlen“, sagte Filthaut und bilanzierte: „Damit sind wir grundsätzlich ganz zufrieden.“ Besonders hätten sich die Beamten über die Reaktionen vieler Autofahrer sowie Unbeteiligter gefreut: „Oftmals hieß es: ,Wir finden es gut, dass ihr in diesem Bereich kontrolliert.‘“

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