Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

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Noch während der Löscharbeiten im Gebäude Meilerstraße 23 besprachen sich Kräfte der Feuerwehr mit der Polizei und den Vertretern der Wohnungsgesellschaft

Werdohl - Beim Wohnungsbrand im Gebäude Meilerstraße 23 am Dienstagmittag ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der Brandstiftung gegen die 27-jährige Mieterin. Nach Angaben des Polizei-Pressesprechers Marcel Dilling gebe es Hinweise darauf, dass die junge Frau ihre Wohnung selbst angezündet habe, weil sie sich selbst umbringen wollte.

Als die Einsatzkräfte am Dienstagmittag in Pungelscheid eintrafen, lief die Frau auf der Straße herum und entschuldigte sich bei den anderen Hausbewohnern, die gerade aus ihren Wohnungen flüchteten. Sie habe in einem verwirrten Zustand erklärt, dass sie die Wohnung selbst in Brand gesetzt habe, um ihrem Leben ein Ende zu setzen. Als der Brand in dem rückwärtigen Zimmer weit fortgeschritten war, sprang die Frau aus dem Fenster und landete ungefähr sieben Meter tiefer in der vom Regen aufgeweichten Wiese. Anschließend war sie noch in der Lage, um das Haus herum zu laufen und mit ihren Wohnungsnachbarn zu sprechen.

Da die Frau immer noch zur Behandlung in der Stadtklinik Werdohl ist, konnte die Polizei sie noch nicht vernehmen. Marcel Dilling von der Polizei erklärte, dass die Ärzte überlegten, die 27-Jährige wegen ihres labilen psychischen Zustands in eine Fachklinik einzuweisen. Alles Weitere müssten die Ermittlungen ergeben.

Im Falle einer Brandstiftung wäre die Schadensregulierung betroffen. Für Markus Zanger, Prokurist bei der Wohnungsgesellschaft Werdohl, ist die Lage erstmal klar: „Unser Gebäudeversicherer begleicht den Schaden für uns.“ Ob sich dieser später an die Versicherung der Mieterin wende, sei nicht Sache der Woge.

Der Schaden an der ausgebrannten Wohnung und am Gebäude liege bestimmt bei 15 000 bis 20 000 Euro, so Zanger. Noch sei die Wohnung von der Polizei gesperrt, er konnte noch gar nicht hinein.

Die darüberliegende Wohnung ist wohl durch Ruß-Aufschlag in Mitleidenschaft gezogen, der Mieter hatte die Nacht nach dem Brand aber in seiner Wohnung verbracht. Die darunterliegende Wohnung hingegen ist für mehrere Wochen unbewohnbar. Die Mieterin, eine junge Frau, ist bei ihren Eltern untergekommen. In die Wohnung war Löschwasser eingedrungen, dazu war noch Leitungswasser aus der Brand-Wohnung nach unten gelaufen. Die Zimmer müssen wohl mit Trocknungsgeräten aufbereitet werden. Dazu kommt laut Zanger noch ein Schaden am Gebäude, schwarzer Rauch war aus dem Fenster aufgestiegen und hatte die Fassade beschädigt.

Zanger bedankte sich im Namen der Wohnungsgesellschaft bei den Freiwilligen der Feuerwehr, die durch ihr professionelles Eingreifen einen Großbrand verhindert hatten. Der ganze Wohnblock Meilerstraße 21 und 23 ist von gut 30 Personen bewohnt. Die Woge hat schon vor Jahren alle Wohnungen mit Rauchmeldern ausgerüstet. Zanger: „Das ist jetzt das fünfte Mal, dass Rauchmelder bei uns Mieter gerettet und Schlimmeres verhindert haben.“

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