Pfarrfest St. Petrus Canisius wird immer bescheidener

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Mit der Resonanz auf das Gemeindefest am Sonntag waren die Veranstalter zufrieden, an die großen Zeiten mit Tauziehen und „Spiel ohne Grenzen“ kommt das Fest aber nicht mehr heran.

Werdohl - Die katholische Gemeinde St. Petrus Canisius in Eveking hatte für den vergangenen Sonntag zum Pfarrfest am und in den kleinen Pfarrsaal eingeladen. Die Resonanz, so das Resümee schon zwischendurch, war zufriedenstellend. Insgesamt plagen die Gemeinde doch sehr große Sorgen.

Viele kamen, um nach der Morgenmesse in gemütlicher Runde zu frühstücken, etwas zu Mittag zu essen oder die Veranstaltung bei Kaffee, Kuchen und Torte ausklingen zu lassen. Der Erlös aus diesem Fest – das auch ein wenig durch die Frage „wie lange noch?“ belastet wird – ist für die Erneuerung des Kirchendaches an der Kirchstraße bestimmt, denn das hat eine Sanierung mehr als dringend nötig.

Seit 1971 hat dieses Pfarrfest im Versetal Tradition. Zuerst fand es rund um den Kindergarten St. Bonifatius sowie am benachbarten Bolz- und Spielplatz statt. Vier Jahre später, als die neue Pfarrkirche fertiggestellt und geweiht war, wurde das Geschehen zu einem Teil ein paar Meter weiter bergauf verlegt. Die dort mit dem großen Pfarrsaal geschaffenen Räumlichkeiten boten mehr Möglichkeiten.

Das Programm der Veranstaltung, das viele Jahre schon samstags mit einem Dämmerschoppen begann, wurde attraktiv ergänzt. Es gab auf dem Gelände des Bolz- und Spielplatzes am Kindergarten die beliebte Kinder-Olympiade unter dem Motto „Spiel ohne Grenzen“. Und ein besonderer Anziehungspunkt war zwischen 1987 und 2013 der begeisternde Tauzieh-Wettbewerb.

Vergangenheit! Das Interesse für alle drei Angebote war stark geschrumpft. Auch auf dem Vorplatz des großen Pfarrsaals tut sich nichts mehr. Er ist gesperrt, weil die Gefahr besteht, dass vom Dach der Kirche Schieferpfannen herunterfallen.

Und auch der Saal selbst ist wegen starker Sanierungsbedürftigkeit geschlossen. Das wird er auf längere Sicht wohl auch bleiben, denn das hier eigentlich zur Verfügung stehende Geld soll umgeleitet und für die Dachsanierung der Kirche verwendet werden – vorausgesetzt, es kommt überhaupt zu dieser Maßnahme. Gesucht wird derzeit ein günstiges Angebot für die Dacheindeckung. Es solle alles zur Substanzerhaltung getan werden, wird betont. Dazu werde, wie erwähnt, auch der Erlös aus dem Pfarrfest beitragen.

Aber: Ohne Sorgen wäre man bei St. Petrus Canisius auch mit einem neuen Dach nicht. Bis 2018 soll im Bistum Essen die Neustrukturierung der Gemeinden in „trockenen Tüchern“ sein. Mit in diesem „Paket“: Ein neues Nutzungskonzept für die Gebäude. Im Eingemachten geht es dann um die Frage, was bleibt, was kann man sich noch leisten?

Man werde sich wohl von Räumen – wie zum Beispiel vom großen Pfarrsaal – trennen müssen, hieß es am Sonntag. Heißt: Sichern und abschließen. Wie es sich da beim Keller im Altbau der Pfarrkirche verhält, kann nur erahnt werden. Wasserschäden zwingen derzeit die Messdiener dazu, aus ihrer altgewohnten Umgebung ein Stockwerk höher zu ziehen. Aber ansonsten gilt Optimismus: „Trotz aller Problematik haben wir einen guten Weg für den Fortbestand des Pfarrfestes in Eveking gefunden.“

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