Veränderungsprozess in der St.-Michael-Gemeinde beginnt

Pater Irenäus Wojtko

Werdohl - Die katholische Pfarrei St. Michael hat vor einigen Monaten einen Veränderungsprozess begonnen, der Ende 2017 in einer Vereinbarung mit dem Bistum münden soll. Pfarrer Irenäus Wojtko hat die Gemeinde jetzt über den Zeitplan und den Stand der Dinge informiert.

„Das kommt nicht vom Himmel, sondern wir müssen vor Ort daran arbeiten“, verdeutlicht Pater Irenäus den für Katholiken eher ungewohnten Weg, wie Veränderungen in der Gemeinde erarbeitet werden sollen. Bei dem letzten Veränderungsprozess vor gut zehn Jahren wurden alle Entscheidungen „von oben“ getroffen. Damals ging es vor allem um die Bewältigung der finanziellen Krise durch Zusammenlegung und Kirchenschließungen.

Im jetzt angestoßenen Prozess geht es um die Frage, wie katholische Kirchengemeinden die Menschen auch noch in Zukunft erreichen können. Wojtko schreibt dazu im Pfarrbrief: „Wie können wir auch künftig eine lebendige und anziehende Kirche sein, die in ihrer Sendung überzeugend wirkt und für die Öffentlichkeit ein klares Profil ausstrahlt? Wie kommen wir zu diesem Ziel?“

Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand laden alle der Kirchengemeinde Nahestehenden dazu ein, bis Ende 2017 Lösungen zu erarbeiten. Zunächst wurde eine Koordinierungsgruppe gebildet mit Pfarrer Wojtko, Verwaltungsleiterin Grobel, den Pfarrgemeinderatsmitgliedern Hans-Jürgen Stracke und Benedikt Gnacke sowie den Kirchenvorstandsmitgliedern Monika Ante und Dieter Gierse. Dazu gibt es Unterstützung vom Bistum durch Ina Kramer. Diese Koordinierungsgruppe hat sich bereits mehrfach getroffen, um Arbeitsbereiche zukünftiger Arbeitsgruppen zu bestimmen. Bis zu den Sommerferien sollen solche Bereiche benannt sein, um dann Menschen zu finden, die an diesen Themen arbeiten wollen. Die Startphase soll in diesem Jahr enden. Etwa zu Allerheiligen soll eine Klausurtagung stattfinden, um aus dem bis dahin zusammen getragenen Analysen und Visionen „einen Plan zu machen“, wie Wojtko gestern sagte. Im Jahr 2017 soll dies dann in einem pastoralen und wirtschaftlichen Konzept zusammengefasst werden, das in einer Vereinbarung mit dem Bistum mündet und ab 2018 umgesetzt wird. Das Konzept soll weit in die Zukunft strahlen, um katholisches Leben im Bereich von St. Michael noch im Jahre 2030 sicherstellen.

Im Gegensatz zum Konzept von vor zehn Jahren besteht nun für jede Pfarrei vor Ort die Möglichkeit, konkret auf die Voraussetzungen in Werdohl und Neuenrade einzugehen und individuell einen Weg mit Schwerpunkten und Prioritäten zu finden.

Pfarrer Irenäus mahnt auch: „Dies wird nur gelingen, wenn die Veränderungsnotwendigkeit von vielen gesehen wird und wir darum bemüht sind, als Christinnen und Christen in Werdohl und Neuenrade füreinander einzustehen.“ Der Prozess werde nicht ohne Veränderungen und Verluste funktionieren. Die ganze Gemeinde und alle, denen gelebter Glaube vor Ort am Herzen liege, seien zum Mittun in den Arbeitsgruppen aufgerufen. Pater Irenäus: „Wir werden das in kleinen Schritten vor Ort von unten erarbeiten.“

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