Stadtjugendpfleger wird zum Flüchtlingskoordinator

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Bürgermeisterin Silvia Voßloh und Fachbereichsleiter Bodo Schmidt (l.) stellten gestern Marco Malcherek-Schwiderowski (2.v.r.) als neuen Leiter des Jugendamtes und Michael Tauscher als neuen Flüchtlingskoordinator vor.

Werdohl - Die Nachfolge von Marco Malcherek-Schwiderowski auf Sybille Dworschak in der Leitung des Jugendamtes kommt nicht überraschend, Dworschak hatte ihren Pensionierungswunsch schon länger angekündigt und Malcherek-Schwiderowski ist seit einiger Zeit ihr Stellvertreter gewesen. Einen Coup landete Fachbereichsleiter Bodo Schmidt gestern mit der Vorstellung von Michael Tauscher als neuen Koordinator der städtischen Flüchtlingsarbeit.

Tauscher, eigentlich Stadtjugendpfleger, wird für zwei Jahre diese neue Stelle übernehmen. Beide Besetzungen ziehen weitere personelle Veränderungen im Rathaus nach. Bei einem Pressegespräch am Freitag stellten Bürgermeisterin Silvia Voßloh und Fachbereichsleiter Schmidt alle Details vor. „Wir haben Defizite im Bereich der Zusammenarbeit mit der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe festgestellt“, so Schmidt. Dieser Mangel sei auf beiden Seiten so empfunden worden. „Im Laufe der letzten Monate haben wir Erkenntnisse gewonnen, wo wir unbedingt nachsteuern müssen“, erklärte der Fachbereichsleiter. Mit der Entwicklung der Aufgabenstellung sei ein Mann in der Verwaltung in den Blick gekommen, der alle Voraussetzungen habe, diese Aufgaben umzusetzen: Stadtjugendpfleger Michael Tauscher. Der 48-jährige gelernte Werkzeugmacher und Erzieher wird befristet für zwei Jahre aus seiner bisherigen Position ausgeliehen und die Flüchtlingsarbeit übernehmen. Tobias Chylka als Leiter des JBZ an der Schulstraße wird für zwei Jahre kommissarischer Stadtjugendpfleger, die vakante Stelle im Jugendbereich wird befristet für zwei Jahre ausgeschrieben. Die Stadt hat diese Vollzeitstelle im Bereich der Betreuung von Jugendlichen in offenen Jugendeinrichtungen bereits online gestellt. Durch den Wechsel von Tauscher erfahre die Jugendarbeit zwar eine qualitative, aber immerhin keine personelle Schwächung, so Schmidt.

Tauscher habe die optimalen Voraussetzungen für die Arbeit mit Flüchtlingen. Das Aufgabenspektrum ist so formuliert: Betreuung und Beratung bei Fragestellungen des täglichen Lebens, regelmäßige Besuche in Wohnungen, Kooperation mit ehrenamtlichen Helfern, Behördenkontakte nach außen, Organisation von Freizeit und Sport, insbesondere Teilhabe von männlichen Alleinstehenden mit lokalen Vereinen, die Organisation des Zusammenlebens in den Übergangsheimen und der Aufbau eines Netzwerks und einer Homepage.

Der Werdohler Michael Tauscher arbeitete zunächst als Werkzeugmacher in Plettenberg und kam als Zivildienstleistender 1991 ins Werdohler Sozialamt. Zu den damaligen Zeiten des Balkankrieges kamen ebenfalls viele Flüchtlinge nach Werdohl, da sammelte Tauscher seine ersten Erfahrungen. Seit 1992 jobbte er als Honorarkraft im Jugendraum Pungelscheid. Privat finanzierte er seine zweite Ausbildung zum Erzieher, dann arbeitete er zwei Jahre als Ausbilder bei den Märkischen Werkstätten und seit 1997 ist er bei der Stadt Werdohl fest angestellt. Sein kurzfristig unterbrochenes Fachhochschulstudium als Sozialarbeiter will er im Frühjahr wieder aufnehmen. Tauscher übernahm das Amt des Stadtjugendpflegers erst 2012 von Marco Malcherek-Schwiderowski, der damals die Leitung des allgemeinen sozialen Dienstes (ASD) der Stadtverwaltung übernahm. Durch die Beförderung von Malcherek-Schwiderowski zum Leiter des Jugendamtes wird es eine Lücke im Bereich des ASD geben. Schmidt: „Wie wir mit dieser Lücke umgehen, wissen wir noch nicht.“ Es werde noch Gespräche geben, ob und wie nachbesetzt werde. Hier ist allerdings nach dem Personaleinsparungskonzept nur eine halbe Stelle möglich. Zwei weitere Personalien aus dem Bereich des Jugendamtes gibt es: Hilmar Heimann geht in Rente, Chrisoula Knetsch wechselt den Arbeitgeber. Beide Stellen werden neu besetzt, allerdings spart die Stadt dabei einige Stellenanteile.

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