Ein perfekter Sommerabend

Scherben bringen Glück – das bestätigte sich auch für Woge-Geschäftsführer Ingo Wöste. Die Veranstaltung war ein Volltreffer.

Werdohl - Scherben bringen Glück, sagt ein bekanntes Sprichwort. Will man dem Glauben schenken, ging beim Fassanstich am Samstagabend auf den Lenne-Wiesen alles glatt.

Nach drei, vier beherzten Schlägen splitterte das überdimensionale Trinkgefäß, mit dem Ingo Wöstes den Gerstensaft auffangen wollte, in mehrere Teile – der Holzhammer verließ beim Schwungholen den vorgesehene Treffwinkel und es schepperte.

Doch Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Vielleicht war der Scherbenhaufen im abergläubischen Sinne ja tatsächlich auch dafür verantwortlich, dass die Bedenken der Organisatoren hinsichtlich der Wetterbeständigkeit verflogen.

Ein perfekter Sommerabend lockte rund tausend Besucher auf die Lenne-Wiese an der Dammstraße – und die blieben bis spät in die Nacht. Kein Wunder, hatte das Rahmenprogramm doch einige Besonderheiten zu bieten.

Die stimmgewaltigen Sänger des Popchors Lennetal unter der Leitung von Patricia Vivanco glänzten zu Beginn des Abends mit ihrer modernen Liederauswahl. Mit dem „Cabaret“-Klassiker „Willkommen, bienvenue, welcome“, dem Disco-Funk-Song „Lady Marmalade“, Michael Bublés „I feel good“ bis hin zu „Time of my life“ aus dem Film „Dirty Dancing“, Queens „Show must go on“ und Abbas „Thank you for the Music“ stimmten die jungen Talente auf die Party ein.

Kabarett, Konzerte und Feuershow am Lenneufer

Der Kontrast zum folgenden Bühnen-Act hätte nicht größer sein können: Hettwich von Himmelsberg hatte für ihren Auftritt nicht nur ein gewöhnungsbedürftiges Outfit gewählt, sie teilte auch verbal ordentlich aus.

Mit spitzer Zunge plauderte Anja Geuecke alias Himmelsberg munter drauflos. Eine Unterwanderung Werdohls von Neuenradern vermutete die Attendornerin. Da half nur der Lautstärken-Test: Neuenrader gegen Werdohler. „Da habt ihr Glück gehabt. Ihr seid noch in der Mehrheit“, ging der Daumen für die Werdohler nach oben.

Von der heiteren Wäscheleinen-Anleitung „für die jüngeren Frauen, die nichts mehr aufhängen, weil sie Trockner haben“ über die Feststellung „Schönheit ist eine Frage der Beleuchtung“ bis hin zur Weisheit „Es ist nicht die Frau die altert, es ist der Blick der Männer, der nicht reift“ nahm Hettwich Alltagsprobleme mit einem Augenzwinkern auf Korn.

Nichts zu schenken hatten sich auch die Blechharmoniker aus Köln. Die fünfköpfige Combo war sich alles andere als grün auf der Bühne. Was mit einem Wettstreit zwischen klassischer Musik und Schlager begann, endete mit zerrissenem Frack und verbogenen Instrumenten. Das wurde selbst der verhuschten Hornisten zu viel. Sie trat schließlich als Domina auf den Plan, tauschte Haardutt und Biedermeier-Blüschen gegen ein hautenges rotes Kleid und gab mit der Peitsche den Takt vor.

Das heitere Theaterspiel – vertont mit Trompete, Posaune, Tuba und Horn – stimmte auf einen weiteren Höhepunkt des Abends ein: die Feuervögel.

Diese Akteure begeisterten mit ihrer Show, bei der Akrobatik und Flammen faszinierten. Mit Musik zum Chillen waren die Musiker von Good Wood zur Lenne-Wiese gekommen. Die Band unterhielt bis zum großen Finale, dem farbenprächtigen Feuerwerk.

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