Papst ernennt Pater Irenäus zum „Missionar der Barmherzigkeit“

Pater Irenäus Wojtko beim Einzug in den Petersdom an Aschermittwoch, als er von Papst Franziskus als einer von weltweit rund 1000 „Missionaren der Barmherzigkeit“ eingesetzt und ausgesandt wurde.

Werdohl/Vatikanstadt -  Pater Irenäus Wojtko ist Aschermittwoch von Papst Franziskus mit rund 1000 anderen Priestern zum „Missionar der Barmherzigkeit“ ernannt worden.

Direkt nach der großen Pfarrkarnevalsfeier in St. Michael war Wojtko am nächsten Morgen nach Rom aufgebrochen. Rund 1000 Priester aus allen Teilen der Erde hatte der Ruf des Papstes schon Anfang des Jahres erreicht. Unter den ausgesandten Missionaren sind insgesamt 19 Priester aus Deutschland, darunter vier Priester aus dem Bistum Essen. Die „Missionare der Barmherzigkeit“ im Ruhrbistum sind Domkapitular Martin Pischel für die Beichtväter der Essener Anbetungskirche, Pater Julian für die Prämonstratenser in Duisburg-Hamborn, Prior Pirmin für die Zisterzienser in Bochum-Stiepel und Pater Irenäus für die Franziskaner-Minoriten in Werdohl. Wojtko ist Pfarrer der Pfarrei St. Michael Werdohl-Neuenrade.

„Missionar der Barmherzigkeit zu sein, ist eine Verantwortung, die euch anvertraut wird, weil sie von euch verlangt, höchstpersönlich Zeugen der Nähe und Liebe Gottes zu sein“, sagte der Papst bei der Aussendungsfeier in Rom und ergänzte im Blick auf die Aufgabe des Beichtehörens: „Es ist Christus, der aufnimmt, es ist Christus, der hört, es ist Christus, der vergibt, es ist Christus, der den Frieden schenkt.“

Die Missionare der Barmherzigkeit sollen „ein lebendiges Zeichen dafür sein, dass der Vater jeden aufnimmt, der seine Vergebung sucht“, schreibt der „Rat für die Neuevangelisierung“. Diese 1000 Missionare wurden von Papst Franziskus persönlich mit besonderen Vollmachten ausgestattet. Damit dürfen diese Missionare auch die Sünden vergeben beziehungsweise die Strafen aufheben, deren Lossprechung eigentlich nur dem Heiligen Stuhl vorbehalten ist. Ihre Aufgabe ist es, den Papst und die Bischöfe beim Predigt- und Versöhnungsdienst zu unterstützen.

Pater Irenäus beschreibt das so: „Wo der Papst persönlich nicht kommen kann, schickt er die Botschafter der Barmherzigkeit.“ Er sei damit sozusagen zu einem Boten des Papstes ernannt und ausgesandt worden.

Von den 1000 Missionaren konnten allerdings nur rund 600 am Dienstag und Aschermittwoch in Rom sein. Priester zum Beispiel aus Vietnam und Korea hätten keine Ausreisegenehmigung bekommen, erfuhr Wojtko. Es sei sehr interessant gewesen, so viele unterschiedliche Glaubensbrüder kennen zu lernen. Spontan fiel ihm die Begegnung mit einem Priester aus der Arktis ein, der bei den Eskimos missioniert. „Allein die Begegnung mit den anderen war schon ein Erlebnis“, so Wojtko.

An dem Dienstag hatten die rund 600 Priester aus aller Welt eine Privataudienz beim Papst in Form eines Gottesdienstes im Petersdom, ein Abendessen schloss sich daran an. Die eigentliche Aussendungsfeier an Aschermittwoch bestand neben den 600 Missionaren aus weiteren 700 Kardinälen und Bischöfen als Konzelebranten gemeinsam mit Papst Franziskus.

Überraschend war für Pater Irenäus noch die Begegnung mit einem Priester aus seiner polnischen Heimatgemeinde. Zufällig begegnete er auch einigen Werdohlern, die sich den Gottesdienst im Petersdom als Touristen angesehen hatten. Wojtko blieb noch bis Freitag in Rom beziehungsweise in der Vatikanstadt, um sich mit Glaubensbrüdern seines Ordens auszutauschen.

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