Kinder schöpfen Papier im Ferienprogramm in Werdohl

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In Zweiergruppen schöpfte Betreuerin Anna-Katharina Reith mit den Kindern Papier. Mit getrockneten Blumen verzierten die Jungen und Mädchen ihre grauen Blätter.

Werdohl - Auf ihrer Zeitreise in die Antike haben die Betreuer des Ferienprogramms der Jugendpflege für den vorletzten Tag einen ganz besonderen Workshop vorbereitet.

Anna-Kristina Reith hat mit den Kindern Papier geschöpft – so wie es früher gemacht wurde. Schon am Vortag hat sie mit einigen Mädchen und Jungen Vorbereitungen getroffen. Eine Kiste voll gesammelter alter Zeitungen hat die Betreuerin dafür organisiert. Das gesamte Altpapier zerkleinerten die Kinder und sammelten es in einer großen Plastikwanne.

Auf einem Schöpfrahmen wird die Masse in Form gedrückt.

Mit heißem Wasser übergoss Reith die Schnipsel anschließend. „Im warmen Wasser löst sich das Papier schneller auf“, erklärte sie. Die so genannte Pulpe wurde später nur noch etwas püriert, so dass kaum noch große Papierstücke zu sehen waren. Immer in Zweiergruppen hoben die Kinder die Altpapier-Masse mit einem Schöpfrahmen aus der Wanne. „Das fühlt sich wie Stoff an“, stellt ein Junge fest, der seine Hände ganz tief in die Wanne gesteckt hatte. Der Workshop sei nicht nur interessant, so Reith. „Er spricht auch verschiedene Sinne an.“

Anschließend drückten die Kinder das geschöpfte Papier mit der Hand aus. Mit einem einfachen Küchentuch und einer Teigrolle pressten sie auch den letzten Rest Wasser aus der Masse. Getrocknete Pflanzen wie Lavendel und Kleeblätter – da kommt der Geruchssinn ins Spiel – konnten ebenfalls in das Papier gedrückt werden und machten so jedes Blatt einzigartig. Durch die Druckerschwärze der Zeitungen hat das selbst geschöpfte Papier eine graue Farbe. „Es ist interessant für die Kinder, dass Papier auch anders aussehen kann als das weiße Druckerpapier“, sagte Reith. „Und sie haben etwas, was sie mit nach Hause nehmen können.“

Die selbst geschöpften Blätter bräuchten rund einen Tag, um vollkommen zu trocknen. „Ich wende sie zwischendurch auch mal“, erklärte Reith. Die Kinder haben die Möglichkeit, das Papier noch mit Schrift oder Bildern zu verzieren. Das bleibe jedem überlassen. Auch für den nächsten Programmblock hat sich die Betreuerin einiges zum Thema „Mittelalter“ überlegt. Neben den klassischen Aktionen wie ein Ausflug ins Freibad oder Spiele werden Stoffe mit natürlichen Farben gefärbt.

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