Pantomimin Irrlicht entzückt KKF-Besucher

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Die Deutsch-Ungarin Ingrid Irrlicht arbeitete ausschließlich mit ihrer Mimik, ihren Händen und ihrer Körpersprache.

Werdohl - Erfrischend, entzückend und erheiternd war der Sonntagabend im Kleinen Kulturforum (KKF) mit Ingrid Irrlicht. Gut 35 Zuschauer waren gekommen, um die Pantomimin zu sehen.

Ohne zu sprechen, spielte diese gekonnt auf der gesamten Klaviatur menschlicher Emotionen. Mit Gestik, Mimik und beinahe tänzerischen Einlagen erzählte sie immer wieder neue Geschichten. Gleich bei Betreten des Saals fiel den meisten auf: Heute ist alles anders, schon die Bühne, denn die war seitlich aufgebaut. Und nicht nur das. Annette Wolf verwies bei ihrer Begrüßung auf den Titel des Abends: „Gaukeleier – eine Show, in der alles passiert“.

Damit sollte die Deutsch-Ungarin Irrlicht Recht behalten. Die Künstlerin ist Tanztheater-erfahren und unterrichtet die Kunst der Körpersprache. Sie tritt weltweit ganz ohne Worte auf – beispielsweise in Äthopien und in Südamerika sowie jetzt, wie es die Münchenerin nach ihrem Programm formulierte, auch „im fernen Sauerland“.

Knapp zwei Stunden zuvor sahen die Zuschauer zunächst nur die Finger einer Hand von Irrlicht. Die lugten hervor aus einem Vorhang, den die Pantomimin sich über den Kopf geworfen hatte. Und schon schmunzelten und kicherten die KKF-Besucher. Das Publikum wurde von der Künstlerin gleich von Beginn an in ihre Darbietungen mit eingebunden. Einmal simulierte Irrlicht eine Rasur eines Herren aus den Reihen der Zuschauer, ein anderes Mal verzierte sie die Glatze eines Mannes mit Lippenstift-Abdrücken ihres Kussmundes. Mit der Dritten spielte sie Kontrolle beim Zahnarzt durch.

Dann holte sie fünf Werdohler auf die Bühne, die eine komplette Band darstellten. Die echten – zum Teil skurrilen – Instrumente verteilte die Pantomimin im verbliebenen Publikum. Und dieses erzeugte bald einen herrlichen Lärm zu den Bewegungen des Quintetts vorne. Beinahe jeder im Saal hatte die Chance, Teil des Geschehens zu werden. Ein paar allerdings brachten nicht den Mut auf, ihr schauspielerisches Talent unter Beweis zu stellen. So „mussten“ andere mehrfach ‘ran. Mit einigen von ihnen unternahm Irrlicht etwa eine Spritztour auf Motorrädern. Alle erhielten von der Künstlerin zum Dank ein unsichtbares Eis, von dem die meisten aber sagten, dass es sehr lecker gewesen sei.

Ingrid Irrlicht überzeugte auf ganzer Linie. Nicht selten brachte sie die Zuschauer dazu, sich vor Lachen zu kringeln. Dieser ungewöhnliche Abend – neu für das KKF und auch für viele im Saal – war schlicht gelungen. - Von Michael Koll

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