FDP: „Kein Anhängsel irgendeiner Partei“

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Ortsverbands-Vorsitzender Jürgen Neumann (rechts) ehrte Friedhelm Hermes, der seit 25 Jahren der FDP angehört.

Werdohl - 25 Jahre gehört Friedhelm Hermes nun den Freidemokraten an. Ortsverbands-Vorsitzender Jürgen Neumann ehrte ihn deshalb beim Ortsparteitag am Mittwochabend in der Gaststätte Haus Werdohl.

„Ich hätte keinen besseren finden können, um die Werdohler FDP zu leiten“, sagte Neumann zum Jubilar. „Wir sind nicht immer einer Meinung, finden aber stets schnell einen gemeinsamen Weg.“ 19 Mitglieder hat die liberale Partei aktuell in Werdohl. Sechs davon waren bei der Jahreshauptversammlung am Mittwoch zugegen. Drei weitere fehlten entschuldigt. Und so hielt Neumann seinen Bericht über die vergangenen zwölf Monate vor einer überschaubaren Menge an Zuhörern.

„Der Wahlerfolg in Hamburg ist ein Ergebnis des neuen Leitbildes, an dessen Entwicklung die Werdohler FDP mitgewirkt hat“, stellte der Ortsverband-Vorsitzende zunächst fest. Er warnte aber zugleich: „Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling. Wir arbeiten weiter.“

Der kahle Brüninghaus-Platz „sieht nicht schön aus, aber das war erforderlich“, so Neumann weiter. Seine Sorge sei, dass aber nun der Zeitplan ins Wanken gerate. „Wir in der Politik haben noch keine Ausschreibung gesehen.“ Bei Nicht-Einhaltung des zeitlichen Rahmens sei nun zu befürchten, dass der Handel im Weihnachtsgeschäft beeinträchtigt werde. Seiner Ansicht nach sei es nicht erforderlich, auf das Schützenfest Rücksicht zu nehmen. Die Baumaßnahme könne auf dem Brüninghaus-Platz beginnen, ohne das Fest zu stören. „Werdohl ist schön und soll noch schöner werden“, warb er für die weitere bauliche Veränderung der Innenstadt. Dort sei in der Vergangenheit bereits viel geschehen. In diesem Zusammenhang dankte der Politiker dem Bürgerstammtisch für sein Engagement.

Aus Sicht der Ratsfraktion ergriff dann Hermes das Wort. Auch er befand, die Veränderungen Werdohls in den vergangenen Jahren hätten „das Stadtbild sehr positive geprägt“. Zur Sicherung des Haushaltes sei es künftig aber gegebenenfalls nötig, „die Grundsteuer zu erhöhen“. Hermes lobte zunächst das FDP-Ergebnis bei der Kommunalwahl, welches dafür Sorge getragen habe, „mit unveränderter Fraktionsstärke im Rat“ zu sitzen. Zwar sei die Zusammenarbeit der Freidemokraten mit Bürgermeisterin Silvia Voßloh „konstruktiv“. Weiter unterstrich Hermes: „Wir wollen ihr keine Steine in den Weg legen.“ Doch betonte der Fraktionsvorsitzende: „Wir sind eigenständig und kein Anhängsel irgendeiner Partei.“

Der Liberale plädierte für die Beibehaltung der Realschule „am bisherigen Standort“ und auch für den Erhalt der Musikschule. Beides sei sinnvoll. „Kompromisse sind aber nicht auszuschließen“, sagte Hermes. Auch „die adäquate Unterbringung der Asylbewerber in der Stadt“ beschäftigte den Ratsvertreter. Diese sei „eine Aufgabe, die wir gerne übernehmen“. Aber er hoffe auf eine höhere finanzielle Unterstützung durch Bund und Land.

Auch den Kassenbericht trug Hermes vor. Viele Mittel der Werdohler FDP seien in den jüngsten Kommunalwahlkampf geflossen, was die Rücklagen habe schmelzen lassen. Bei der anschließenden Diskussion über die Berichte merkte Hermes an: „Es hat in diesem Jahr noch nicht viele Ausschüsse gegeben. Es ist im Moment relativ mager.“ Zwar sei dies nicht als Kritik am Rathaus zu verstehen, „das ist aber ein bisschen unglücklich“, formulierte er. - Von Michael Koll

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