Originale Island-Briefe im Seuthe-Museum

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Thomas Benecke konnte sein Paul-Seuthe-Museum jetzt um seltene Stücke ergänzen. Neben einer ledergebundenen Ausgabe der „Briefe aus Island“ kann er jetzt auch Original-Briefe des Künstlers zeigen.

Werdohl - Mit der Eröffnung seines privaten Paul-Seuthe-Museums vor knapp zwei Wochen war der Werdohler Thomas Benecke zufrieden. Es seien viele Sammler gekommen, berichtete er. Und er erklärte auch, warum das für weitere Seuthe-Fans wichtig ist.

Das weltweit erste Museum, in dem ausschließlich Werke des zwischen den 1930er- und 1990er-Jahren in Werdohl aktiven Kunstmalers und Architekten ausgestellt werden, befindet sich an der Neustadtstraße. Im Haus mit der Nummer 26 präsentiert Thomas Benecke eine kleine Sammlung von Bildern, Zeichnungen und Collagen des Künstlers, die am Eröffnungswochenende die Aufmerksamkeit eines illustren Publikums fanden. 

Neben der Lüdenscheider Kunsthistorikerin Dr. Carolin Krüder-Bahr und Bürgermeisterin Silvia Voßloh waren auch interessierte Einwohner Werdohls gekommen. Einige Besucher sind auch selbst Sammler von Seuthe-Arbeiten. „Ich wusste gar nicht, wer alles Seuthe-Werke besitzt“, staunte Benecke nicht schlecht. Und womit der Werdohler auch nicht gerechnet hatte: Der Kontakt zu diesen Sammlern gibt ihm die Möglichkeit, das kleine Museum noch attraktiver zu gestalten. 

Beispielsweise bescherte ihm gleich das Eröffnungswochenende weitere Leihgaben, darunter eine sehr interessante: 1974 hat Paul Seuthe sowohl künstlerisch/malerisch als auch in literarischer Hinsicht seine Eindrücke von einem Aufenthalt in Island umgesetzt. 

Die Publikation „Briefe aus Island“ beinhaltet neben den Abbildungen der Werke von Paul Seuthe auch die Briefe an seine Frau Hanne. So kann der Leser im Zusammenspiel von Malerei und Literatur die Gedanken- und Gefühlswelt des Malers nachempfinden. Die erste Auflage dieses Bandes ist in einer Auflage von nur 1000 Exemplaren erschienen, davon die ersten 100 als ledergebundene Vorzugsausgabe mit einer signierten Collage. Ein solches vollständiges Exemplar besitzt Benecke „leider nicht“, und er hofft noch, dass es ihm ein Sammler leihweise zur Verfügung stellen könnte.

 Dafür kann aber die Ausgabe Nummer eins der „Briefe aus Island“ demnächst an der Neustadtstraße besichtigt werden. Und nicht nur die: Auch zwei Original-Briefe, die Paul Seuthe im Juni 1974 in Reykjavík auf Hotel-Briefpapier geschrieben hat, die aber in dem Buch keine Verwendung gefunden haben, sind Bestandteil der Leihgabe. Erhalten hat sie Thomas Benecke von einer Sammlerin aus Werdohl. „Sie hat damals die handgeschriebenen Briefe für die Druckerei abgetippt“, weiß Benecke, den nun interessiert, wo wohl die anderen Island-Briefe aus Seuthes Feder gelandet sind. „Wurden die Texte eins zu eins übernommen, oder wurden die Briefe verändert oder gekürzt?“, fragt sich der Werdohler Seuthe-Fan. 

Und noch auf einem anderen Gebiet forscht Thomas Benecke nach Spuren Paul Seuthes. Er würde gerne herausfinden, wie und wo er sich als Architekt oder auf sonstige Weise an der Gestaltung des Werdohler Stadtbildes betätigt hat. Von einem emaillierten Türgriff aus der Hand Seuthes weiß er bereits, auch ein ehemaliges Wandbild ist ihm bekannt. „Aber hat er womöglich auch private Häuser gebaut oder umgebaut?“, fragt Benecke und würde sich über Antworten aus der Bevölkerung freuen. Damit ließe sich die Retrospektive in seinem privaten Paul-Seuthe-Museum wunderbar abrunden.

Thomas Beneckes Paul-Seuthe-Museum (Neustadtstraße 26) ist am Samstag, 3. September, und am Sonntag, 2. Oktober, von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei und es gibt einen barrierefreien Zugang.

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