Orientierungshilfe für Schüler

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Michael Herget und Birgit Luther vom Märkischen Kreis, AEG-Abteilungsleiter Martin Haasler, Bürgermeisterin Silvia Voßloh, AEG-Schulleiter Reinhard Schulte, seine Kolleginnen Birgit Schmidt und Sonja Irmler, Realschul-Konrektor Michael Stemski und Regina Wildenburg vom Schulamt der Stadt Werdohl (v.l.) präsentierten gestern die Aktion Berufsfelderkundung, die im April und im Juni erstmals in Werdohl stattfindet.

Werdohl - Seit drei Jahren gibt es jetzt das landesweite Angebot der Berufsfelderkundung für Achtklässler im Märkischen Kreis. Erstmals nimmt in diesem Jahr auch die Realschule Werdohl daran teil, im nächsten Jahr wird die Albert-Einstein-Gesamtschule folgen.

Ziel des Projektes, das Vertreter des Märkischen Kreises, der Schulen und der Stadt am Donnerstag im Rathaus vorstellten, ist es, Schülern schon im Alter von 13 oder 14 Jahren die Möglichkeit zu geben, die Vielfalt der Ausbildungsberufe kennen zu lernen. „Allerdings lenken wir den Blick nicht explizit auf einen Beruf, sondern auf ein Berufsfeld“, erläuterte Birgit Luther vom Märkischen Kreis, dass darauf geachtet werde, dass Schüler sich nicht zu früh auf eine bestimmte Tätigkeit festlegen. Die Maßnahme soll Schülern helfen, sich in der Vielzahl der Berufe zu orientieren, um schließlich den für sie richtigen Ausbildungsberuf zu finden. Das soll Enttäuschungen verhindern, die oft in einem Ausbildungsabbruch und einer völligen Neuorientierung enden.

Ganz nebenbei soll die Berufsfelderkundung auch das grundsätzliche Interesse von Schülern an der dualen Berufsausbildung stärken, denn immer mehr junge Menschen entscheiden sich nach ihrer Schulzeit nicht für einen direkten Einstieg in die Arbeitswelt, sondern für eine weiterführende Schule oder ein Studium. Michael Stemski, Konrektor der Realschule, bezifferte den Anteil seiner Schüler, die direkt einen Ausbildungsberuf ergreifen, auf nur noch etwa 30 Prozent.

In Werdohl und Umgebung suchen der Kreis, Stadt und Realschule nun Erkundungsplätze in Unternehmen. Für die etwas mehr als 60 Schüler werden etwa 120 Plätze benötigt, denn die Jugendlichen sollen sowohl am 12. April als auch am 1. Juni jeweils ein Berufsfeld erkunden. „Manche Betriebe sind noch zurückhaltend“, hat Michael Stemski bereits festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, alle Schüler unterzubringen. Auch deshalb steigt die Albert-Einstein-Gesamtschule erst im nächsten Schuljahr in das Projekt ein. „Das System muss nach und nach wachsen“, erklärte Michael Herget, der die Berufsfelderkundung beim Märkischen Kreis koordiniert.

„Die Berufsfelderkundung ist auch eine gute Möglichkeit für Betriebe, junge Menschen über ihre Branche und ihre Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Sie ist also ein geeigneter Schritt, um den Nachwuchs von Fachkräften zu fördern“, warb Hergets Kollegin Birgit Luther für das Projekt, das auch an der Gemeinschaftsschule Neuenrade erstmals durchgeführt wird und an der Hauptschule und der Realschule in Balve schon länger läuft. Der Aufwand halte sich für alle Beteiligten in Grenzen. Der Zeitaufwand entspreche einem Schultag, versichert seien die Schüler über die Schule.

Unternehmen, die Achtklässlern die Möglichkeit der Berufsfelderkundung eröffnen wollen, können sich in ein Buchungsportal im Internet eintragen. „Das bietet einen enormen Nutzen für alle Beteiligten, denn so können Betrieb und Schüler gezielt zusammengeführt werden“, sagte Michael Herget. Weitere Informationen halten Interessierte Unternehmen auch bei der Kommunalen Koordinierung des Märkischen Kreises (Tel. 0 23 52/9 66 65 20).

www.berufsfelderkundung-mk.de

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