Ohne Umsteigen  nach Frankfurt

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Am Werdohler Bahnhof hält der Abellio zwischen Hagen und Siegen, Güterzüge rauschen durch. Falls die Bahn-Pläne Wirklichkeit werden, könnte Werdohl IC-Haltepunkt werden.

Werdohl - „Es wäre möglich, dass man demnächst von Werdohl aus bis zum Frankfurter Flughafen durchfahren kann“, kündigte Christian Frahm, Vorstandsmitglied des Bürgervereins zur Förderung des Schienenverkehrs (BFS Bürgerbahn) am Dienstag im Rathaus an.

Während der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung referierte Frahm zum Thema „Intercity-Halt in Werdohl“. Die Sozialdemokraten hatten beantragt, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen, nachdem die Verantwortlichen der Deutschen Bahn im März erklärt hatten, ihr Fernverkehrsangebot ausweiten zu wollen.

Das SPD-Anliegen: Werdohl soll als Haltepunkt einer neu geplanten IC-Linie berücksichtigt werden, die ab 2019 im Zwei-Stunden-Takt von Münster über Siegen nach Frankfurt fährt.

Diesbezüglich wollen nun alle Kommunalpolitiker an einem Strang ziehen: Nach Frahms Ausführungen beschloss der Ausschuss einstimmig, dass sich die Verwaltung der Stadt Werdohl gemeinsam mit dem Vorstand des Bürgervereins zur Förderung des Schienenverkehrs bei der Deutschen Bahn dafür einsetzen soll, in Werdohl einen IC-Haltepunkt zu schaffen.

Auch der Märkische Kreis und die Nachbarstädte sollen ins Boot geholt werden. Die Verwaltung hatte im Vorfeld der Sitzung bereits Kontakt zum Märkischen Kreis, der SIHK und dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Ruhr-Lippe – ZRL – aufgenommen.

Frahm zeigte sich fest davon überzeugt, dass dieses Vorhaben gelingen könnte: „Wenn die Bahn mit allen Zügen in Werdohl hält, dann sichern wir zu, die Infrastruktur zu schaffen.“ Gelinge das den Werdohlern „dann sehe ich ganz große Chancen, dass Werdohl der einzige Halt auf der Ruhr-Sieg-Strecke wird“.

Gleis eins des Werdohler Bahnhofes eigne sich ideal, um die notwendigen Voraussetzungen für den Halt der IC-Züge zu schaffen. „Dort kann ein Notbahnsteig nach dem Hanauer Modell gebaut werden“, sagte der Bahnexperte. Dieser Bahnsteig solle 420 Meter lang werden. „Dann hält hier jeder Zug“, sagte Frahm und verwies auf die längste IC-Einheit mit 410 Metern.

In Werdohl könnten zudem insgesamt vier Zugangspunkte vom öffentlichen Verkehr zum Bahnsteig geschaffen werden. „Das ist ganz selten“, pries der Referent einen weiteren Vorteil Werdohls an.

Wie viel der Bau des Bahnsteigs und die weiteren Maßnahmen kosten würden, die einen IC-Halt in Werdohl ermöglichen würden, müsse jetzt ermittelt werden. „Die Chance der Finanzierung ist da“, ließ Frahm durchblicken, dass es Möglichkeiten gebe, an entsprechende Gelder zu kommen. Allerdings räumte er einen: „Einen kleinen Anteil muss die Stadt Werdohl eventuell beisteuern.“

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