Ohne Führerschein und Versicherung: Vier Monate Haft

Werdohl - Lebensklugheit schien in weiter Ferne, als ein 24-jähriger Werdohler im November ohne Fahrerlaubnis am Steuer eines nicht haftpflichtversicherten Fahrzeugs erwischt wurde. Zwar gab es im Amtsgericht Altena für diese vergleichsweise „kleine Nummer“ nur vier Monate Haft – diese konnten aber nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden.

Denn nur zwei Monate vor der Fahrt hatte das Amtsgericht den jungen Mann wegen Betruges, gemeinschaftlichen Betruges und Urkundenfälschung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Auch diese letzte Chance verdarb sich der junge Mann, dem im Januar 2016 noch die Gnade einer Geldstrafe zuteil geworden war – da hatte er versucht, ein Kleinkraftrad zu stehlen. Diese Geldstrafe wurde nun in die neuerliche Haftstrafe miteinbezogen.

Richter Dirk Reckschmidt fand deutliche Worte: „Bewährung? Da fällt mir überhaupt nichts mehr zu ein.“ Verteidiger Dirk Löber sah das nicht anders, empfahl seinem drogenabhängigen Mandanten aber dringend, seine letzte Chance vor der drohenden Haft zu nutzen: „Therapie statt Strafe“ heißt das Prinzip, und dafür müsste sich der junge Mann umgehend bei einer Drogenberatungsstelle melden, um sich um einen Therapieplatz zu bemühen. „In der Kiste kümmert sich keiner darum“, erklärte der Anwalt seinem Mandanten die schwierige Ausgangslage in der Haftanstalt.

Der schien sich allerdings mit seinem Schicksal mehr oder weniger abgefunden zu haben: „Ich bin einverstanden“, kommentierte er das Urteil, das ihn wahrscheinlich für eine längere Zeit aus dem Verkehr ziehen wird.

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