Offenes Atelier: Kunstvielfalt und eine besondere Atmosphäre

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Annette Kögel mit einigen der Papierschiffe, die sie gefaltet und mit Patina versehen hat. Mehr als 4000 Boote hat die Künstlerin erschaffen und weiter verarbeitet.

Werdohl - Die Flotte, die Annette Kögel erschaffen hat, ist gigantisch: Mehr als 4000 Papierboote, hat die Werdohlerin gefaltet und durch das Aufbringen von Rost- und Kupferpatina in kunstvolle Unikate verwandelt.

Einzigartige Arrangements und Arbeiten sind entstanden, die Kögel teilweise im Rahmen der Offenen Ateliertage präsentieren wird. Mittlerweile ist es Tradition, dass die Künstlerin zum Jahresende in ihr Atelier und ihr Wohnhaus an die Neuenrader Straße einlädt. Am letzten Wochenende im November ist es so weit: Kunstkenner und Kunstbegeisterte können sich von Kögels Kreativität überzeugen, Sekt, Fingerfood, Spritzgebäck und die besondere Atmosphäre im Domizil der Künstlerin genießen.

Die Boote, für Kögel symbolisieren sie unter anderem einen Wendepunkt im Leben, spielen auch im Privatleben der Künstlerin eine große Rolle. „Die Schiffchen waren schon jahrelang immer mal mit dabei, aber dann wurde eine Künstlerkollegin schwer krank“, erzählt Kögel. Die Werdohlerin besuchte die Freundin im Hospiz – und brachte ihr zwei Boote mit. „Wir haben in diesem Zusammenhang auch über ihre letzte Reise gesprochen“, erinnert sich die Künstlerin, die an diesem Tag beschloss, bis zum Todestag der Erkrankten Schiffe zu falten.

1200 Schiffe sind inzwischen Bestandteil eines Kunstwerkes, dass Kögel im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung im Einkaufszentrum Marler Stern präsentiert. Ein weiteres Schiff-Exponat können die Besucher der Gemeinschaftsausstellung in der Big-gallery in Dortmund betrachten.

Die Malerei hat Annette Kögel aber auch nicht vernachlässigt. Neben großflächigen Arbeiten sind zahlreiche kleine und abstrakte Landschaftsbilder in Erdtönen im Format 21 mal 21 Zentimeter entstanden, die ihre Wirkung teils für sich alleine, teils zu zweit oder in der Gruppe entfalten. Auch was Farben angeht, hat sich die Werdohlerin nicht festgelegt: Von besagten Erdtönen über Werke, in denen Rot dominiert oder Grüntöne vorherrschen bis zu Farbtöne, die Kögel „quietschig“ nennt, ist alles vertreten.

Apropos Vielfalt: Goldschmiedin Dagmar Müller wird erneut im Atelier zu Gast sein. Sie wird Schmuckstücke aus Gold und Silber präsentieren. Erstmals beteiligt sich dagegen die Kunstkeramikerin Sabine Schlosser an den Ateliertagen. Sie ist vielen Werdohlern bekannt – regelmäßig ist sie als Dozentin in der Kunstwerkstatt im Bahnhof zu Gast. Abgerundet wird die Veranstaltung durch die Wohnzimmermusik des Trio d’Accord, das am Samstag zwischen 16 und 17 Uhr zu hören sein wird.

Offene Ateliertage (Neuenrader Straße 7): Freitag, 27. November, 18 bis 22 Uhr; Samstag, 28. November, 11 bis 20 Uhr und Sonntag, 29. November, 11 bis 18 Uhr.

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