Geld für den Ahe-Hammer in Werdohl

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Der Ahe-Hammer ist der einzige im Märkischen Kreis noch erhaltene so genannte „Osemundhammer“. Das Denkmal gibt einen interessanten Einblick in das Leben der früheren Schmiedeleute, muss allerdings für rund eine Million Euro saniert werden.

Werdohl - Die NRW-Stiftung hat für die Sanierung des 450 Jahre alten Ahe-Hammers finanzielle Unterstützung zugesagt.

Rund eine Viertelmillion Euro will die Stiftung, die sich in NRW für den Naturschutz und die Heimat- und Kulturpflege einsetzt, beisteuern. Zunächst werde ein Zuschuss in Höhe von 200 000 Euro zur Verfügung gestellt, teilte die NRW-Stiftung gestern mit. Darüber hinaus will die Einrichtung einen Anreiz schaffen für weitere Unterstützer, indem sie zusätzlich alle für die Hammer-Sanierung eingeworbenen Spendengelder bis zu einer Höhe von 65 000 Euro verdoppelt. Im besten Fall könnte sich die Förderung durch die NRW-Stiftung also auf 265 000 Euro belaufen. Das beschloss jetzt der Vorstand der NRW-Stiftung unter dem Vorsitz von Harry Kurt Voigtsberger.

Auch Schmiedevorführungen wie hier durch Alfred Hinsching sollen in Zukunft wieder möglich sein.

Die schriftliche Zusage wollen Vertreter des Stiftungsvorstands demnächst persönlich überreichen. Mit dem Geld sollen das Gewölbe instand gesetzt, das Bauwerk entwässert und die Dachkonstruktion und das Mauerwerk wieder verfestigt werden. Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, der der Ahe-Hammer seit dreieinhalb Jahren gehört, möchte die Anlage denkmalgerecht sanieren, um sie dauerhaft für die Nachwelt zu erhalten.

Geplante Baumaßnahmen sollen erhalten bleiben

Auf Anfrage war das Industriedenkmal im Tal der Schwarzen Ahe bisher für Besuchergruppen zugänglich, vor zwei Jahren musste es jedoch wegen des schlechten baulichen Zustandes geschlossen werden. Mit den jetzt geplanten Baumaßnahmen, die mit rund einer Million Euro veranschlagt sind und zu großen Teilen auch von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur (Dortmund) finanziert werden, soll der Ahe-Hammer erhalten bleiben, wieder öffentlich zugänglich werden und seine Bedeutung für die Geschichte der Drahtzieherei im Märkischen Kreis vermittelt werden.

Das Projekt ist in das Netzwerk „Wasser – Eisen – Land“ eingebunden und somit regional gut vernetzt. Die Pläne für die künftige Nutzung sehen vor, dass wie schon früher, als beispielsweise Alfred Hinsching Schmiedevorführungen durchgeführt hat, auch demnächst wieder ehrenamtliche Helfer in den Schaubetrieb eingebunden werden sollen.

NRW-Stiftung unterstützte seit Gründung 2600 Projekte

Der Ahe-Hammer ist eine wasserbetriebene Hammerschmiede und ist die Wiege der ehemaligen Stahlwerke Brüninghaus. Das 1884 errichtete Gebäude aus Grauwacke und Fachwerk beherbergt ein betriebsfähiges, vollständig erhaltenes Hammerwerk, in dem Osemundeisen hergestellt wurde. Eisen wurde an dieser Stelle aber nachweislich schon 1562 verarbeitet. 1941 wurde die Produktion eingestellt. Der Ahe-Hammer war lange Zeit im Besitz der Firma Brüninghaus, später der Thyssen-Krupp AG. Seit dem 1. Januar 2013 gehört er der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.

Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz Heimat- und Kulturpflege wurde 1986 von der Landesregierung zum 40. Geburtstag des Landes NRW gegründet. Sie hilft gemeinnützigen Vereinen, Verbänden und ehrenamtlichen Gruppen, die sich in NRW für den Naturschutz und die Heimat- und Kulturpflege einsetzen. Rund 2600 Natur- und Kulturprojekte konnte die NRW-Stiftung seit ihrer Gründung unterstützen. Das Geld für ihre Förderungen erhält sie überwiegend aus Lotterieeinnahmen von Westlotto, aber auch aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins.

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