Die Sanierung des Ahe-Hammers in Werdohl ist gesichert

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Horst Heinrich (NRW-Stiftung), Siegfried Griebsch (Förderverein), Bürgermeisterin Silvia Voßloh, Ursula Mehrfeld (Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur) und Martina Grote (NRW-Stiftung, von links) bei der Übergabe der Förderzusage.

Werdohl - Mit dieser Geldspritze ist die Sanierung des Technik-Denkmals Ahe-Hammers praktisch gesichert: Mindestens 200.000 Euro schießt die NRW-Stiftung zur Finanzierung der erforderlichen Arbeiten zu.

Die Summe kann sich aber noch auf 330.000 Euro erhöhen. Damit wäre ein langfristiger Erhalt des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes möglich.

Martina Grote, Geschäftsführerin der NRW-Stiftung für Natur, Heimat und Kultur, überreichte die schriftliche Zusage des Fördergeldes am Dienstagmorgen bei einem Besuch am Ahe-Hammer persönlich an Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, die seit 2013 Eigentümerin des Denkmals ist. Mit Geld, das die Stadt Werdohl, die Gemeinde Herscheid und der vorherige Eigentümer, die Thyssen Krupp AG, zur Verfügung gestellt hatten, hatte zwar bereits die Sanierung des Teiches finanziert werden können. „Aber dann waren wir arg in Not, weil unsere Mittel verbraucht waren. Nach und nach traten Schäden am Gebäude zutage“, schilderte Ursula Mehrfeld die Situation, in der sich die Industriedenkmal-Stiftung befunden hatte, bevor die NRW-Stiftung einsprang.

Eine Besichtigung des Ahe-Hammers gehörte für Martina Grote (links) gestern unbedingt dazu.

Vor allem statisch liegt nach Mehrfelds Worten einiges im Argen, so dass der Schmiedebetrieb schon eingestellt werden musste. Diese Mängel könnten nun mit dem von der NRW-Stiftung bereitgestellten Geld beseitigt werden. Schon ab Herbst soll mit einem Aufwand von etwa 50.000 Euro der vom Einsturz bedrohte Gewölbetunnel, durch den das Wasser aus dem Gebäude abfließt, saniert werden. Damit wäre dann die größte Gefahr gebannt, die Schmiedevorführungen könnten wieder stattfinden.

Mit den restlichen 150.000 Euro sollen ab Anfang nächsten Jahres Zimmerarbeiten am Dachstuhl ausgeführt und die Entwässerung des Gebäudes verbessert werden. Mehrfeld: „Durch die Bauschäden ist das Gebäude einfach sehr feucht.“ Damit wären die 200.000 Euro dann aufgebraucht, doch es könnte zu einem weiteren Geldregen für den Ahe-Hammer kommen. Sollte es der Industriedenkmal-Stiftung und dem Förderverein des Ahe-Hammers nämlich gelingen, weitere Spendengelder einzuwerben, will die NRW-Stiftung sie bis zu einer Höhe von 65.000 Euro verdoppeln. Dadurch könnten also bis 130.000 Euro zusätzlich in diese Keimzelle der Werdohler Metallindustrie fließen.

Dann könnten nach Darstellung von Ursula Mehrfeld auch Mauerwerks- und Stahlbauarbeiten durchgeführt und das Dach neu gedeckt werden. „Wenn uns das gelingen sollte, wäre der Erhalt des Ahe-Hammers für die nächsten Dekaden gesichert“, sagte sie gestern. „Die Verdoppelung der von uns gesammelten Spenden ist für uns ein großer Ansporn. Wir haben auch schon viele kreative Ideen im Hinterkopf, wie wir das Geld zusammenbekommen können“, sagte Siegfried Griebsch, der sich als Vorsitzender des Fördervereins über die Unterstützung freute.

Aber die Pläne der Industriedenkmal-Stiftung und des Fördervereins gehen sogar noch weiter: Beispielsweise soll die Aufenthaltsqualität auf dem Gelände des Ahe-Hammers an der L 679 im Tal der Schwarzen Ahe verbessert werden. Unter anderem ist eine Terrasse mit Grillplatz geplant. Auch ein barrierefreier Zugang steht auf der Wunschliste. Mehrfeld: „Es gibt also für die nächsten Jahre noch viel zu tun.“ Werdohls Bürgermeisterin Silvia Voßloh war indes sicher, „dass wir hier einiges auf die Beine stellen können“.

Die Pläne für die zukünftige Nutzung sehen auch eine regelmäßige Öffnung des Denkmals mit Schmiedevorführungen und museumspädagogische Angeboten vor. Außerdem soll für Schulklassen ein außerschulischer Lernort zu den Themen Technik, Eisen und Stahl eingerichtet werden. „All das kann man hier sehr gut veranschaulichen“, sagte Martina Grote bei einem Rundgang durch den Ahe-Hammer.

Die NRW-Stiftung möchte das Objekt nämlich in ihre Heimat-Touren aufnehmen. Das sind landesweit rund 300 ausgewählte Ziele, die Schulklassen ansteuern können, um mehr über die Naturschönheiten und Kulturschätze des Landes Nordrhein-Westfalen zu erfahren. „Hier kann wie kaum an einem anderen Ort die Industriegeschichte der Region gezeigt werden“, sagte Grote.

Welchen Stellenwert der Ahe-Hammer auch für die NRW-Stiftung hat, verdeutlicht ein Blick auf nackte Zahlen: Die Maximalförderung von 265.000 Euro entspricht knapp zehn Prozent des Jahresbudgets, das der Stiftung für solche Zwecke zur Verfügung steht. „Das hier ist ein herausragendes Projekt, und wir helfen gerne, das hier gezeigte bürgerschaftliche Engagement zu unterstützen“, sagte die Geschäftsführerin der NRW-Stiftung.

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