Neues Team für Flüchtlingsbetreuung

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Das Integrationsteam der Stadt auf einer von Flüchtlingen hergerichteten Anlage neben dem Rathaus: Fatiha Ezitouni, Petra Seuster, Bürgermeisterin Voßloh, Jörg Wierig genannt Schärf (vordere Reihe) und Lothar Jeßegus, Norhasan Naderi, Bodo Schmidt und Michael Tauscher (hintere Reihe).

Werdohl - Mit einer doch etwas überraschenden Personalie stellte am Donnerstag Fachbereichsleiter Bodo Schmidt das neue Team zur Flüchtlingsbetreuung vor. Der 65-jährige Lothar Jeßegus, bislang ehrenamtlicher Leiter des Netzwerks Flüchtlingshilfe, ist jetzt in den Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) bei der Stadt verpflichtet worden.

Die Stadt hatte zwei solcher Bufdi-Stellen für die Flüchtlingsbetreuung vom Bundesamt bewilligt bekommen. Die andere Bufdi-Stelle besetzt Norhasan Naderi, er lebt seit September 2014 als Asylsuchender in Werdohl. Naderi war in der Vergangenheit schon häufig als ein von beiden Seiten anerkannter Vermittler aktiv geworden. 

Zum neu aufgestellten Team von Flüchtlings-Koordinator Michael Tauscher gehören neben den beiden Bufdis jetzt auch Fatiha Ezitouni als Übersetzerin für den arabischen Sprachraum und als Mitarbeiterin mit sozialen Betreuungsaufgaben. Jörg Wierig genannt Schärf wechselt vom Baubetriebshof auf eine Stelle als Hausmeister der Übergangswohnheime und Wohnungsbetreuer in das Team. Als Verwaltungsfachkraft gehört Petra Seuster mit vollem Stellenanteil zu dem Team. 

Die Bufdi-Stellen werden über das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (Bafza) zunächst für ein Jahr finanziert. Die einzig zusätzliche Stelle im Team ist die von Fatiha Ezitouni. Die Refinanzierung dieser Stelle sei durch Landesmittel für die Flüchtlingshilfe abgedeckt, erklärte Fachbereichsleiter Bodo Schmidt. 

Wie bereits berichtet, sind seit Jahresanfang keine neuen Flüchtlinge nach Werdohl zugewiesen worden. Aktuell kümmert sich das sechsköpfige Team um 304 Personen, von denen 78 in Übergangswohnheimen und 226 in Wohnungen leben. Schmidt betont, dass die bislang sehr stark eingebundenen übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Soziales sich zukünftig wieder vollständig auf ihre originären Aufgaben für die Bürger konzentrieren können. Schmidt: „Da hat doch einiges gelitten, vieles musste liegengelassen werden.“ 

Das am Donnerstag vorgestellte Team soll jetzt etwa zwei Jahre in dieser Form zusammenbleiben und in erster Linie Integrationsarbeit leisten. Viele Flüchtlinge bräuchten weiterhin Hilfe bei der Lebensgestaltung, vor allem beim Kontakt zu Behörden und bei Arztbesuchen. Der zeitliche Aufwand zum Beispiel bei schwerwiegenden Erkrankungen von Kindern sei enorm. Es gehe auch um Sprachkurse, sinnvolle Freizeitgestaltung und das allgemeine Verhalten in der Gesellschaft. 

Viele der Flüchtlinge wollten jetzt arbeiten und ihr eigenes Geld verdienen. Da sei Lothar Jeßegus der richtige Mann, weil er 30 Jahre beim Märkischen Kreis auch im Bereich der Beschäftigungsförderung gearbeitet hatte. Jeßegus bleibt weiterhin Leiter der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe. Eine Verknüpfung durch den Bundesfreiwilligendienst sei ausdrücklich vom Bundesamt so erwünscht, sagte Schmidt. 

Das Betreuungsteam stellt Verbindungen zu Kindergärten und Schulen her, hier gebe es in beide Richtungen einen großen Bedarf.

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