Lenne liegt in Werdohl seit 15 Millionen Jahren im selben Bett

+
Rolf Trapmann (Mitte) übergab sein Modell der Höhen- und Steinschichten von Werdohl an Heiner Burkhardt, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, (rechts) und Udo Böhme, ebenfalls Vorstandsmitglied, für das Stadtmuseum.

Werdohl - Die Stein- und Höhenschichten der Stadt können Interessierte demnächst im Stadtmuseum im Bahnhof begutachten.

Heiner Burkhardt, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Werdohl, und Udo Böhme, ebenfalls Vorstandsmitglied des Vereins, haben am vergangenen Dienstag ein neues Exponat entgegengenommen, das diese Einzelheiten wiedergibt.

Weitere Infos zu dem Verlauf der Lenne hat Ernst Schröder in seinem Text über Erd- und Landschaftsgeschichte von Werdohl zusammengefasst. Interessierte finden diesen Aufsatz im Buch „Werdohl“ des Heimat- und Geschichtsvereins Werdohl von 1981. In der Bücherei steht das Werk des Vereins zur Verfügung.

Rolf Trapmann hat das Modell mit den Höhenunterschieden der Stadt gefertigt. „Ich wollte das schon immer haben“, sagt der Werdohler. Mithilfe des Internets und verschiedenen Landkarten hat er sich zunächst die einzelnen Höhenlinien herausgesucht. Mit einer CAD/CAM-Software habe der Mitarbeiter von Modellbau Harbecke diese einzeln konstruiert. Anschließend habe er die einzelnen Linien hochgezogen. „Daraus entstand dann ein Volumen“, sagt Trapmann.

Für die Konstruktion – der schwierige Teil des Modellbaus – habe er zwischen 20 und 30 Stunden gebraucht. „Danach geht es dann schnell“, aus einem Kunstoffblockmaterial wurde das fertig konstruierte Modell gefräst, die Lenne anschließend mit blauer Farbe hervorgehoben.

„Die Mäander der Lenne kommen im Modell gut raus“, freut sich Burckhardt. Meander bezeichnet die Enge der Flussschleifen, die laut Burckhardt in dieser Form einzigartig seien. Der Verlauf des Flusses bilde den Buchstaben W – den Anfangsbuchstaben des Namens der Stadt. Das gebe es in keiner anderen Stadt.

Das neue Exponat.

Das Modell zeige auch die einzelnen Terrassen, der verschiedenen Erhöhungen. „Man sieht, wie sich der Fluss ins Tal gefressen hat“, sagt Böhme. „Die Lenne, so wie sie ist, ist seit 15 Millionen Jahren so geflossen“, erklärt Burkhardt. Im Gegensatz zu anderen Flüssen, die sich in den vielen Jahren neue Wege gesucht haben, habe sich der Lenneverlauf in Werdohl nur um einige Zentimeter verändert.

Als Betreiber des Stadtmuseums kümmert sich der Heimat- und Geschichtsverein Werdohl auch um die Führungen. Bei denen ändert das neue Exponat nun etwas: „Wir können jetzt bis in die Erdgeschichte zurückgehen“, sagt Böhme. Das sei beispielsweise für Schulklassen sehr interessant, die im Rahmen ihres Geschichtsunterrichts in das Museum kommen.

Auch einen Platz haben Heiner Burkhardt und Udo Böhme schon ausgesucht: Eine Luftbildaufnahme an einer Wand in der oberen Etage des Museums zeigt den Verlauf des Flusses ebenso wie das neue Modell. Es solle noch ein Tisch organisiert werden, der dann direkt daneben platziert werde, so die Vorstandsmitglieder.

Das Stadtmuseum Werdohl hat sonntags von 10 bis 12.30 Uhr oder nach Vereinbarung geöffnet.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare