Rampe zur Lennepromande für Rollstuhlfahrer gefährlich

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Kritisch wird es vor allem, wenn Otti Funke mit ihrem Rollstuhl die steile Rampe herunterfahren muss.

Werdohl - „Ich habe so eine Wut!“, schimpft Otti Funke. Für die resolute 70-Jährige, die auf den Rollstuhl angewiesen ist, ist der neu asphaltierte Zugang von der Goethestraße zur Lennepromenade ein klassisches Beispiel dafür, dass etwas zwar gut gemeint, aber schlecht gemacht ist.

Die Bewohner der Seniorenwohnungen an der Goethestraße konnten die Lennepromenade bisher über einen Kiesweg erreichen. Das funktionierte mal mehr und mal weniger gut, je nachdem wie stark es geregnet hatte und wie stark das Wasser Spurrillen in den Weg gespült hatte. Um den Senioren den Zugang zum Spazierweg am Flussufer zu erleichtern, hat die Stadt den Weg deshalb vor einigen Tagen asphaltieren lassen. Vom Ergebnis ist Otti Funke – und mit ihr, wie sie behauptet, auch andere Bewohner der Seniorenwohnungen – überhaupt nicht begeistert.

Rasante Fahrt bergab

Beim Ortstermin zeigt die Rollstuhlfahrerin, worüber sie sich so aufregt: Wenn sie mit ihrem Gefährt von der Straße auf den Gehweg fahren will, setzen die Fußrasten schon nach wenigen Zentimetern auf, so steil ist die Auffahrt geraten. Diese Barriere kann Otti Funke inzwischen überwinden, indem sie die Rampe rückwärts hinauffährt. Den Rückweg allerdings kann die gehbehinderte Rentnerin nach eigener Aussage nicht ohne fremde Hilfe bewältigen. Dann muss sie vorwärts fahren, und kurz nach ihr Rollstuhl rasant Fahrt aufgenommen hat, wird er von den aufsetzenden Fußrasten abrupt ausgebremst. So kann die Seniorin die Goethestraße nicht sicher überqueren. „Beim ersten Mal hat mich ein Nachbar gerettet, seitdem traue ich mich allein nicht mehr, hier herunterzufahren“, erzählt die 70-Jährige.

Schlechter als vorher

Otti Funke honoriert zwar das Bemühen der Stadt, Senioren und Behinderten den Zugang zur Lennepromenade zu erleichtern, mit der Umsetzung ist sie aber unzufrieden. „Das ist miserabel ausgeführt“, schimpft sie und wünscht sich in gewisser Weise den alten Kiesweg zurück. „Durch diese Rampe fühle ich mich eingeschränkt“, bedauert sie, dass sie die Lennepromenade jetzt schlechter erreichen kann als vorher. „Die hätten vorher besser einmal mit Betroffenen sprechen sollen“, schickt sie noch einen Ratschlag in Richtung Stadtverwaltung.

Im Rathaus, wo Otti Funke auch schon vorstellig geworden ist, war bislang kein Verantwortlicher für eine Stellungnahme erreichbar.

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