Arif Sabanci regiert die Schützen

Mit dem 349. Schuss holte Arif Sabanci unter dem Jubel der Versetaler Schützen den Vogel von der Stange. Gemeinsam mit seiner Frau Christina wird er in den kommenden zwei Jahren das Schützenvolk regieren. - Fotos: Kanbach

Werdohl -  Das Versetaler Schützenvolk hat für die nächsten beiden Jahre einen neuen König. Die Entscheidung fiel am Samstag um 18.46 Uhr. Mit dem 349. Schuss brachte Arif Sabanci den Vogel zur Strecke. An seiner Seite regiert seine Ehefrau Christina.

Das Jungkönigsschießen entschied nach einigen im Umfeld unschönen Szenen Maja Bettelhäuser für sich. Ihr Bruder Fynn ist Prinzregent.

Das Schießen um die Königswürde der Schützen verlief unter den Augen zahlreicher Zuschauer zügig. Bereits mit dem 19. Schuss trennte Manuela Bettelhäuser die Krone vom Kopf des schwarzen Vogels. Sie ist nach alter Regel nunmehr Vizekönigin. Einmal mehr trug sich der frühere Chef des ersten Zuges, Detlev Winkler, in die Liste der Insignienschützen ein. Er sicherte sich mit dem 35. Schuss das Zepter – nicht das erste, das er nun in seinem Schrank aufbewahrt. Jens Burzlaff holte sich den Apfel (49. Schuss). Der rechte Flügel (193.) ging an Monika Winkler, der linke mit dem 240. Schuss an Julia Gering.

So reibungslos das mit großer Verzögerung begonnene Königsschießen auch verlief, so problematisch entwickelte sich im von vier Teilnehmern bestrittenen Finale das Jungkönigsschießen. Der Wettbewerb konnte mittags wegen eines starken Regenschauers erst verspätet beginnen und entwickelte sich – wie später bei den Senioren – ebenfalls zügig. Allerdings gab es gleich zu Beginn eine Schrecksekunde für alle, denn der Vogel drehte sich nach einem Treffer plötzlich. Das Problem konnte aber gelöst werden.

Mit Lars Schmidtke hat die Schützenjugend einen neuen Vizekönig. Er holte mit dem 45. Schuss die Krone. Acht Wimpernschläge später fiel das Zepter – an Jonas Blöink. Der Apfel (77.) ging an Fabian Webert. Den rechten (171.) und linken Flügel (304.) sicherten sich Luca Bettelhäuser und Sebastian Grünhagen. Als dann um 15.18 Uhr der Rumpf fiel (410.), dachten die meisten Zuschauer und Offiziellen, mit Jacqueline Drewek sei die neue Jungkönigin gefunden.

Schützenfest im Versetal

Aber: Es gab zum Teil vornehmlich aus Kreisen des dritten Zuges heftig vorgetragene Kritik an der Jury-Entscheidung, den Treffer anzuerkennen. Grund: Am Kopf des zerfledderten Vogel befand sich noch ein wenig Holz vom Rumpf. Der hier entwickelte Druck hatte auch Auswirkungen auf Jacqueline Drewek. So wolle sie nicht Königin sein, so ihr Einwand. Die Jury-Entscheidung erkenne sie nicht an. Es sollte weiter geschossen werden, bis alle Zweifel beseitigt seien. Gesagt, getan. Um 16.10 Uhr gab Maja Bettelhäuser dem Rest des Vogels den Fangschuss. Für Peter Neuhaus Anlass, um in diesem Wettbewerb den letzten Knalleffekt zu setzen.

Das Gezerre um die Jungkönigswürde war übrigens nicht der einzige Negativpunkt beim Schießen. Wie berichtet, hatte der Schützenverein erstmals eine mobile Vogel-Schießanlage gemietet. Geliefert wurde jedoch nicht das vereinbarte Modell, sondern eine völlig veraltete Anlage. Sie war auch der Grund, warum nur mit einem statt mit zwei Gewehren geschossen werden konnte. Bereits auf dem Festplatz war sich der Vorstand dann einig, dass man die eigene Vogelstange wieder herrichten lassen und ab 2017 wieder nutzen wolle.

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