Neuer Pflegedienst für Nachbarschaftshilfezentren

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Strahlende Partner im Bereich Wohnen und ambulanter Pflege: Woge-Geschäftsführer Ingo Wöste hat mit Kerstin Liebeskind (re.) einen Betreuungsvertrag für die ambulante Pflege in den Nachbarschaftshilfezentren Ütterlingsen und Pungelscheid abgeschlossen. Teamleiterin Sandra Ormeloh (Mitte) wechselt ebenso wie alle anderen Kräfte zum neuen Pflegedienst.

Werdohl - Woge-Geschäftsführer Ingo Wöste grinst breit. Das ist üblich und gehört zu der Art und Weise, wie er das Wohnungsunternehmen führt. Jetzt ist das blendende Strahlen besonders auffällig: Die Woge hat sich vom ambulanten Dienst der Märkischen Kliniken getrennt, Wöste kann mit dem Pflegedienst Kerstin Liebeskind einen spannenden Partner für die Zukunft präsentieren.

Schon zum Juli hatten die Bewohner der beiden Nachbarschaftshilfezentren in Ütterlingsen und in Pungelscheid von der Wohnungsgesellschaft erfahren, dass die jahrelange Zusammenarbeit mit den Märkischen Kliniken enden werde. Dennoch werde sich für die Mieter, die Pflegedienstleistungen und hauswirtschaftliche Dienste in Anspruch nehmen, nichts ändern. Der Pflegedienst der Plettenbergerin Kerstin Liebeskind übernimmt alle 14 Mitarbeiterinnen aus beiden Häusern. Auch die Teamleiterin Sandra Ormeloh wechselt zum neuen Anstellungsträger. Wöste: „Um unsere Mieter kümmern sich dieselben Menschen, an die sie zum Teil seit Jahren gewöhnt sind.“ Liebeskind und ihr Team werden auch ein Konzept für das geplante dritte Nachbarschaftshilfezentrum auf der Königsburg erarbeiten.

Viele Jahre waren die Woge und der ambulante Pflegedienst der Märkischen Kliniken Partner. Die Partnerschaft wurde auf die Probe gestellt, weil die Neuausrichtung des Wohn- und Teilhabegesetzes von 2014 eine Einstufung der speziellen Wohnform der Nachbarschaftshilfezentren in den Pflegekatalog erforderte.

Trotz vieler Gespräche habe sich der gemeinsame Weg nicht fortsetzen lassen, schrieb Klinikum-Geschäftsführer Dr. Thorsten Kehe den Bewohnern. In dem Brief heißt es weiter: „Wir sind bedauerlicherweise gezwungen, die lange gelebte Kooperation in den zwei Häusern in Ütterlingsen und Pungelscheid aufzulösen.“ Die Trennung sei letztlich eine wirtschaftliche Entscheidung gewesen, so Wöste im Nachgang.

Da sich diese Trennung schon seit Monaten andeutete (wir berichteten), suchte die Woge früh nach einem neuen Partner. Wöste: „Der Pflegedienst Liebeskind passt zu uns am besten, wir sind auf Augenhöhe.“ Das Konzept der NHZ’s sei für einen ambulanten Pflegedienst sehr anspruchsvoll, die Wohnform in der Abstufung zwischen einer stationären Einrichtung und der Pflege zu Hause immer noch „experimentell.“ Das neue Gesetz habe eine Klassifizierung verlangt, die Heimaufsicht betrachtet beide NHZ’s jetzt als legale „gemeldete Wohnform“.

Kerstin Liebeskind will das alles angehen. Zum 1. September übernimmt sie beide Häuser und hat auch schon mit allen Parteien Gespräche geführt. „Wir übernehmen die Leistungen so, wie sie bislang erbracht worden sind“, so die ausgebildete Pflegedienstleiterin.

Kerstin Liebeskind ist seit 2006 selbstständig, davor leitete sie elf Jahre die Diakoniestation Plettenberg. Ihr Pflegedienst beschäftigt in Plettenberg 26 Mitarbeiter, darunter vier Auszubildende. In Werdohl übernimmt sie 14 Mitarbeiter. Liebeskind betreibt ein Büro in Herscheid, ein neues in Ütterlingsen ist geplant. Kerstin Liebeskind hat eine besondere Verbindung zu Werdohl – ihr Mann stammt aus Pungelscheid.

Liebeskind hat den Vorsitz des „Netzwerks Hospizarbeit Plettenberg“. Ihr Pflegedienst hat eine Sonderzulassung für „Palliative Care“, sie arbeitet mit dem Palliativmedizinischer Konsiliardienst Lüdenscheid-Olpe zusammen. Hier sieht sie Möglichkeiten, diese Kompetenzen auch nach Werdohl zu übertragen.

NHZ-Teamleiterin Sandra Ormeloh ist unter Tel. 0 23 92/80 70 40 erreichen, Kerstin Liebeskind unter Tel. 0 23 91/60 29 98. Dienstags gibt es in Pungelscheid von 14.30 bis 16 Uhr, mittwochs in Ütterlingsen von 14 bis 16 Uhr eine offene Sprechstunde.

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