Neue Zuweisung von 45 Flüchtlingen

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Die Werdohler Flüchtlinge sind mittlerweile allesamt von ihren Asylverfahrensgesprächen wieder zurückgekehrt.

Werdohl - Es geht wieder weiter beim Thema Flüchtlingszuweisung: Die Stadt wird zwischen dem 15. August und dem 30. September 45 Personen im Status von Flüchtlingen zugeteilt bekommen. Im vierten Quartal 2016 dürfte es weitere, jetzt noch nicht bezifferbare Zuweisungen geben. Das teilte Fachbereichsleiter Bodo Schmidt am Freitag mit.

Zuletzt waren etwa 250 Flüchtlinge im Betreuungsbereich der Stadt Werdohl registriert. Mit der neuen Zuweisung dürfte sich die Zahl wieder auf 300 einpendeln. Ganz sicher würden einige Flüchtlinge die Stadt in der Zwischenzeit verlassen haben oder in den Betreuungsbereich des Jobcenters überwechseln. Schmidt ist zuversichtlich, dass er bei der Art und Weise der Zuweisung mitreden kann.

Im vergangenen Jahr kamen die Menschen völlig willkürlich und unvoraussehbar in Werdohl an und mussten in aller Eile im Stadtgebiet untergebracht werden. Das soll in Zukunft alles wesentlich geregelter ablaufen, hat Schmidt erfahren. „Wir können mitreden, wie wir die Leute verkraften“, meint der Fachbereichsleiter. Die Verwaltung werde mehr Zeit haben, die Menschen in Empfang zu nehmen und ordentlich unterzubringen. Die Zuweisungen sollen wohl nur in Schritten von nicht mehr als zehn Personen pro Woche erfolgen. Die Stadt könne Wünsche äußern, um zum Beispiel Familien passend zum Wohnungsangebot zugewiesen zu bekommen.

Zum 31. Juli seien die Aufnahmequoten für die nordrhein-westfälischen Städte und Gemeinden neu festgelegt worden. Bis dahin waren vor allem die Städte bedient worden, die ihre Quoten weit unterschritten hatten. So gab es im ganzen ersten Halbjahr in Werdohl keine Zuweisungen.

Das ändert sich ab Mitte August: Dann muss Werdohl die neue Quote erfüllen. Aktuell müsste die Stadt 54 Personen aufnehmen, 45 werden bis Ende September zugewiesen. Mit weiteren Zuweisungen sei deshalb auch bis Ende des Jahres zu rechnen, schätzt Schmidt.

Donnerstag spät abends sind auch die 20 Flüchtlinge, die noch einen weiteren Tag zu ihrer Asylsituation befragt wurden, wieder in Werdohl angekommen. Die Mitarbeiter von Bodo Schmidt im Bereich des Integrationsteams haben viele Rückmeldungen von den Flüchtlingen bekommen. Sie seien allesamt nur in Bochum zum Schlafen untergekommen, die Befragungen seien durchweg in Dortmund durchgeführt worden. Es habe seitens der Flüchtlinge keinerlei Beschwerden oder Beanstandungen gegeben, so Schmidt. Alle seien von den Befragern gut behandelt worden, Probleme wegen der Übersetzer habe es auch nicht gegeben.

Schmidt: „Wir haben die Anhörungsverfahren in dieser Woche sehr intensiv verfolgt.“ Die Verwaltung wolle wissen, wer wohl in Werdohl wohnen bleibe und wer unter Umständen die Stadt verlassen müsse. Das sei sehr wichtig für die zukünftige Integrationsarbeit. Wann die in dieser Woche befragten Menschen die Ergebnisse ihrer Anhörungen mitgeteilt bekommen, weiß Schmidt nicht. Als ersten Eindruck haben die Werdohler Betreuer mitgenommen, dass vor allem die Syrer und die Iraker alle notwendigen Gespräche haben führen können. Ihr Status sollte demnach relativ klar sein. Angehörige anderer Nationen mussten noch einen Tag länger zu Befragung bleiben.

Ein Eindruck sei auch gewesen, dass diejenigen, die gut vorbereitet waren, in jeweils einer halben Stunde ihre Interviews erledigt hatten. Schmidt: „Für die meisten unserer Flüchtlinge scheinen jetzt die Voraussetzungen erfüllt zu sein, dass man ihnen jetzt bald Ergebnisse mitteilen kann.“

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