Neue Zentralheizung für Flüchtlinge gewünscht

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Bei Lothar Jeßegus laufen die Fäden der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe in Werdohl zusammen.

Werdohl - Als „unschätzbare Hilfe für uns als Stadtverwaltung und für die Betroffenen“ hat Bodo Schmidt vom Fachbereich Soziales am Dienstag das Engagement der ehrenamtlichen Helfer um den Werdohler Lothar Jeßegus bezeichnet.

Auch Bürgermeisterin Silvia Voßloh und der Vorsitzende des Sozialausschusses, Andreas Späinghaus, lobten das enorme Engagement der Gruppe, die sich seit Oktober des vergangenen Jahres unentgeltlich um Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge kümmert (wir berichteten).

Oberstes Ziel der rund 30 Ehrenamtler sei es, den Menschen „bei ihrem Neustart in unserem Land zu helfen“, erklärte Jeßegus. Darum würden unter anderem Deutschkurse angeboten. „Wir haben zurzeit circa 40 Schüler, darunter sind auch Analphabeten“, berichtete der Werdohler, der von der Evangelischen Kirchengemeinde zum Flüchtlingsbeauftragten ernannt wurde. Wichtig sei es auch, Räume zur Verfügung zu stellen, die eine Begegnung ermöglichten. Dies werde im Gemeindehaus an der Freiheitstraße gut angenommen. Bis Ende des Monats solle zudem ein Treffpunkt im ehemaligen Kindergarten am Kirchpfad geschaffen werden, der montags und samstags in den Nachmittagsstunden geöffnet werden soll. Auch in diesem Zusammenhang hofft Jeßegus auf weitere Helfer, die bereit wären, die Treffen zu begleiten.

Jeßegus wünschte sich von der Verwaltung eine neue Zentralheizung für das Übergangswohnheim in der Os-mecke: „In diesem Winter gab es immer wieder Probleme mit den alten Kohleöfen.“ Zudem fehle in dem Gebäude ein Gemeinschaftsraum. Wichtig sei auch der Einsatz von Sozialarbeitern vor Ort. „Viele Menschen sind traumatisiert“, stellte der Werdohler fest. Ausschussvorsitzender Späinghaus äußerte Verständnis, erklärte aber, dass diese Wünsche wohl nicht erfüllt werden könnten, da die Stadt Werdohl nicht über die entsprechenden Mittel verfüge.

Momentan leben 143 Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge in Werdohl, berichtete Bodo Schmidt. Die 26 Familien – insgesamt 92 Personen – seien in Wohnungen untergebracht worden. „51 Menschen leben derzeit in der Osmecke“, so Schmidt weiter. In der kommenden Woche sei das neue Übergangsheim am Grasacker bezugsfertig. „Dann wird eine Familie im Erdgeschoss einziehen.“ Die Räume im Obergeschoss sollten zunächst freigehalten werden. „Das ist unser Notnagel“, stellte Bodo Schmidt fest.

Um die Flüchtlinge versorgen zu können, seien 830 000 Euro in den Haushalt eingestellt worden. „Ich befürchte aber, dass wir mit dieser Summe nicht auskommen“, stellte Schmidt fest. Der Landeszuschuss betrage 280 000 Euro: „Wir bekommen also nicht einmal ein Viertel der Kosten vom Land wieder, die wir aufwenden müssen.“

FDP-Ratsherr Friedhelm Hermes erklärte daraufhin: „Wir müssen an Land und Bund appellieren, damit mehr Gelder bereit gestellt werden.“ Schließlich handele es sich bei der Flüchtlingshilfe um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Von Carla Witt

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