Bodenständige Variante für den Werdohler Westpark

Ausschnitt aus dem neuen Vorentwurf für den Westpark: Zentrales Gestaltungselement ist ein künstlicher Bachlauf.

Werdohl - Es gibt einen neuen Plan für den so genannten Westpark: Anders als die bisherigen Ideen scheint die neue Variante finanzierbar zu sein. Der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung wird sich mit dieser Frage in seiner nächsten Sitzung am 10. November befassen.

Der bisherige Plan zur Neugestaltung des Bereiches zwischen Lenne und Dammstraße hatte zwar einige schöne Ideen enthalten und auch viele Bürger berücksichtigt, aber auch einen Makel: Die Umsetzung hätte schlichtweg zu viel Geld gekostet. Auf fast 880 000 Euro hätten sich die Aufträge an die Firmen summiert, die die Planung hätten umsetzen sollen. Zur Verfügung standen – und stehen – der Stadt jedoch nur 250 000 Euro; Geld, das aus der Städtebauförderungsprogramm Stadtumbau West kommt.

Mittlerweile haben das Planungsbüro Finger & Partner (Sundern) und der Landschaftsarchitekt Berger (Bad Sassendorf) in einer Arbeitsgemeinschaft ein neues Konzept für den Westpark entwickelt, das sich stärker an der Machbarkeit orientiert. Stadtplaner Stefan Groß bezeichnet sie als „bodenständiger und realistischer“. Abweichend von den bisherigen Ansätzen sei dieser Entwurf auf das Lenne-Vorland zwischen Wehr und Restaurant Vier Jahreszeiten konzentriert, heißt es in einem Papier, das dem Ausschuss für seine Sitzung am nächsten Dienstag vorliegt. Hier könne in fußläufiger Nähe zum Stadtzentrum eine Freizeitstätte in naturnaher Umgebung gestaltet werden. Der Schützenplatz wird in die aktuelle Planung nicht einbezogen.

Auch der neue Plan berücktichtigt die häufig genannten und wichtigen Anregungen und Wünsche aus der Bürgerbeteiligung im Sommer 2013, wie beispielsweise Sitzmöglichkeiten am Wasser, Steintreppenanlagen, Grillmöglichkeiten, einen naturnahen Kinderspielplatz und eine Wetterschutzhütte. Zentrales Element der neuen Grünanlage soll ein parallel zur Lenne verlaufender geschwungener Bachlauf sein, der mit Lennewasser gespeist werden soll. Der Bach soll auch den etwa 300 Meter langen Geländestreifen in verschiedene Schwerpunktbereiche gliedern, beispielsweise für Familientreffs mit Feuerstellen, Ruhezonen oder einen Fahrradparcours. Der Zugang zur Lenne soll durch abgeflachte Uferbereiche geschaffen werden, in Buchten sollen windgeschützte Sonnenterrassen entstehen. Sogar eine kleine Insel in der Lenne, erreichbar über Trittsteine, ist Bestandteil des neuen Planes.

Das am nördlichen Eingangsbereichs des Westparks gelegenene Wehr wollen die Planer als spektakuläres Element in den Westpark einbeziehen. Auf dem östlichen Wehrkopf soll ein Pavillon errichtet werden, der Wetterschutz bieten, aber auch als Blickfang dienen und Radfahrer und Passanten in die Grünanlage locken soll.

Die Architekten wollen für die Umsetzung ihrer Pläne hauptsächlich Material und Pflanzen aus der Region verwenden: beispielsweise Eichen aus den Wäldern der Umgebung oder Grauwacke-Blöcke aus dem Steinbruch Kleinhammer. Auch zum Pflegeaufwand haben sich die Planer Gedanken gemacht. Die zukünftige Unterhaltung werde sich, wie bisher auch, auf die Mahd der Wiesen an den Böschungen und auf dem Lenne-Vorland beschränken, heißt es in dem Sitzungspapier. Für Spielgeräte und Mobiliar sollten „robuste, wartungsfreie und vandalismusresistente Bauweisen“ gewählt werden.

Die Umsetzung des neuen Konzeptes würde etwa 280 000 Euro kosten, 80 Prozent davon (224 000 Euro) würde die Stadt aus dem Stadtumbau-Topf bekommen. Der städtische Anteil beliefe sich damit auf 56 000 Euro.

Die Sitzung des Ausschusses, der über die neuen Westpark-Pläne beraten wird, findet am Dienstag, 10. November, ab 17 Uhr im Sitzungsaaal des Rathauses statt. Eine Entscheidung müsste schnell getroffen werden, um noch in den Genuss der Fördermittel in Höhe von rund 250 000 Euro zu kommen. Deshalb soll der Rat nach dem Vorschlag der Verwaltung bereits amMontag, 23. November, endgültig seine Zustimmung geben.

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