Neue Kunst für „Schandfleck“

Neue Kunst für „Schandfleck“

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Das Wartehäuschen der Haltestelle Auf dem Kopf bekam gestern von Annette Kögel und Nikolai Thiemann einen frischen Anstrich verpasst. Mehrere Schichten Acrylfarbe waren nötig, um das alte Erscheinungsbild wiederherzustellen.

Werdohl - Im Juli vergangenen Jahres verpasste Annette Kögel, Leiterin der Kunstwerkstatt im Bahnhof (Kuba), mit den Nachwuchskünstlerinnen ihres damaligen Kuba-Malkreises dem Wartehäuschen der Bushaltestelle Auf dem Kopf einen frischen Anstrich. Dieser wurde nur wenige Monate später von unbekannten Tätern „versaut“, wie sie selbst sagt.

Da die 13- bis 15-jährigen Mädchen des Kunstkreises „ihre Interessen mittlerweile verlagert haben“, und sich der Kreis aufgelöst hat, traf sich die freischaffende Künstlerin gestern mit Nikolai Thiemann, um „aus dem Schandfleck wieder ein Kunstwerk zu machen“. Im Juli hatten die Kuba-Künstlerinnen unter anderem in Beige die Silhouette eines Kopfes – in Anlehnung auf den Haltestellennamen – gemalt. Dieser wurde von den Tätern mit einem Kopf, ähnlich dem eines Roboters, übermalt. Auch ein langer Streifen aus „Zentangle-Mustern“ wurde mit kryptischen Schriftzeichen zerstört. „Das verletzt einen schon. Da steckt so viel Herzblut drin“, ärgert sich Kögel. Als sie im November ein Foto des frisch zerstörten Kunstwerks geschickt bekam, „tat das verdammt weh“. Der oder die Täter konnten von der Polizei bis heute nicht ermittelt werden.

Mehrere Schichten Acrylfarbe benötigten Kögel und Thiemann gestern Nachmittag, um das Ursprungsmotiv wiederherzustellen. Nun hängt ein Hinweisschild am Wartehäuschen: „Das vorher hier befindliche Wandbild ist durch Schmierereien zerstört worden. Hierbei handelt es sich um eine vorsätzliche Zerstörung städtischen Eigentums. Dies ist eine Straftat und wurde zur Anzeige gebracht“, steht dort geschrieben.

Kögel hofft, dass solche Taten durch die Abschreckung in Zukunft verhindert werden können. Sie hat bereits weitere Bushaltestellen des Stadtgebiets auf der Liste, „die ebenfalls einen neuen Anstrich vertragen könnten“. Sie hofft, dass sich „eventuell schon nach den Sommerferien“ Jugendliche für einen neuen Malkreis finden, mit denen sie das Vorhaben in die Tat umsetzen kann.

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