Nachbarschaftshilfe leisten

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Gut gefüllt war der Gesellschaftsraum im Versevörder Hof, denn das Thema „Schutz vor Einbruch“ hatte und hat übergeordnete Bedeutung.

Werdohl - „Riegel vor – sicher ist sicher“ – das war das Thema des Info-Abends des Werdohler Bürgerstammtisches am Montag im Versevörder Hof. Kriminal-Hauptkommissar Michael Schneider, Leiter des Kommissariats für Prävention und Opferschutz im Märkischen Kreis, gab seinen zahlreich erschienenen Zuhörern wichtige Tipps, wie sie sich gegen ungebetene Gäste im Haus oder der Wohnung schützen können.

Vorab hatte er jedoch eine verhältnismäßig gute Information parat: Werdohl ist – wie auch Plettenberg oder Altena – „keine Problemstadt“. Zwar gebe es auch dort dann und wann Einbrüche, doch die polizeiliche Erkenntnis besage: Die interessanten Städte liegen für die Täter entlang der Autobahn, „weil sie es am liebsten bequem haben“: schnelle Anfahrt, schneller Bruch, schnelle Abfahrt. Nach fünf Minuten sei alles vorbei.

Doch für Sicherheit zu sorgen und vorzubeugen sei auch in Werdohl angesagt. Dies vor allem mit Blick auf die bevorstehende „dunkle Jahreszeit“. Sie biete den Tätern mehr Deckung und mindere das Ergreifungsrisiko. Beim Auskundschaften seien es oft simple Äußerlichkeiten, die zu einem Einbruch führen könnten: Kein Licht im Haus, die Mülltonne steht noch an der Straße, die Post im Briefkasten ist noch sichtbar, kein Auto im Carport. Auch die Tatsache, dass ein Grundstück nicht eingezäunt und damit frei zugänglich ist, mindere die Hemmschwelle für Einbrecher, so Schneider.

Hochgewachsene Sträucher sollten vermieden werden, damit eine Sichtachse für Nachbarn geschaffen sei. Nachbarschaftshilfe wäre es auch, die Mülltonne von der Straße zu holen oder den Briefkasten zu leeren. Wer außer Haus sei, sollte das Licht anlassen oder über Timer in mehreren Räumen in Intervallen für Helligkeit sorgen. TV-Simulatoren suggerieren Anwesenheit, eingebaute Kameras könnten abschreckend sein, genau wie Hunde.

Was den Tathergang betrifft, rief Schneider seinen Zuhörern in Erinnerung, reiche ein Schraubenzieher, um über Fenster oder Türen – meist in uneinsehbaren Bereichen – in die Wohnräume vorzudringen. Das mache „so gut wie keinen Lärm, und meist bleibt das Fenster danach sogar noch funktionsfähig“. Andere Einbruchswerkzeuge seien zwar auch denkbar, doch ihre Nutzung mache unter Umständen viel Krach, durch den Nachbarn aufmerksam werden könnten.

Pilzkopf-Verriegelungen (in möglichst großer Zahl pro Fenster) hätten einen hohen Widerstandswert. Gitter seien ein guter Schutz. Rollläden ließen sich durch eine mechanische Nachrüstung sichern. Bei Nebeneingangstüren böten sich neben einem guten Schloss auch zwei verankerte Querbalken als zusätzliche Sicherung an. Bei der Haustür sei die Mehrfachverriegelung das Maß aller Dinge. Kellerroste sollten gegen Hochheben gesichert sein. Einbruch-Meldeanlagen oder Kameras böten zwar auch Schutz, doch „Elektronik ersetzt nicht die Mechanik“, so Schneider. Es komme auf das Zusammenspiel an.

Der Kriminal-Hauptkommissar wies in seinem Vortrag weiter darauf hin, dass seine Dienststelle als kostenlosen Service auch Beratungen zu Hause anbiete. Und er beklagte ein zu geringes Hinweisaufkommen. Wenn sich beim Nachbarn etwas Ungewöhnliches tue, sollte reagiert und die 110 angerufen werden. Je schneller die Info bei der Polizei ankomme, desto größer sei die Chance für einen Ermittlungserfolg.

Weitere Infos findensich im Internet auf www.polizei-beratung.de und www.riegelvor.nrw.de, sowie bei der Kripo-Dienststelle für Prävention und Opferschutz (Tel. 0 23 73 / 90 99 55 11).

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