Renaturierung vor dem Abschluss

Durchstich von der Lenne: Frisches Wasser für die Soppe

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Mit einem Kran wurden die Bauteile am Mittwochmorgen in den Durchstich-Graben gehievt.

Werdohl - Die Renaturierung der Soppe steht unmittelbar vor dem Abschluss. Am Mittwoch hat das mit den Arbeiten beauftragte Bauunternehmen aus Siegen den sogenannten Durchstich von der Lenne zur Soppe vollzogen. Damit kann jetzt wieder frisches Wasser durch den etwa 300 Meter langen Kanal fließen.

Etwa 1000 Kubikmeter Schlamm und Erdreich hat das Bauunternehmen, das sich unter anderem durch die Renaturierung der Sieg in der Siegener Innenstadt einen Namen gemacht hat, in den vergangenen drei Wochen aus dem Graben geholt, der zwischen Vossloh-Brücke und Altenaer Straße parallel zur Lenne verläuft. 

Darunter waren auch einige Wagenladungen belasteten Bodens, der zur Entsorgung auf eine Deponie gebracht werden musste beziehungsweise noch muss. Dies war aber auch die einzige Schwierigkeit, mit der die Wasserbau-Experten konfrontiert wurden.

Bauteile 27 Tonnen schwer

Auch der Einbau von zwei Betonfertigteilen, die die Verbindung zwischen Lenne und Soppe herstellen, verlief Am Mittwochmorgen weitgehend reibungslos. 12,6 und 14,4 Tonnen schwer waren die beiden in der vergangenen Woche in Emsbüren vorgefertigten U-Profile, die jeweils an einem Ende einen Deckel haben. Sie wurde mit einem großen 160-Tonnen-Kran so platziert, dass die im Baustellenbereich verlaufende unterirdisch verlegte Stromleitung nicht tangiert wurde.

„Die pünktliche Fertigstellung der Baumaßnahme steht und fällt mit diesem Schritt“, nahm Bauleiter Benjamin Brück erleichtert zur Kenntnis, dass der Einbau der Stahlbetonröhre ohne Schwierigkeiten über die Bühne gehen konnte. Die andauernden Regenfälle der vergangenen Tage hatten die Arbeiten gefährdet.

Lennepromenade bald wieder frei

Der Platz neben der 80 mal 80 Zentimeter großen Röhre, durch die demnächst das Wasser fließen soll, muss in den nächsten Tagen noch mit Boden gefüllt werden, dann muss auf dem mit dem Betondeckel versehen Mittelstück noch der Fuß- und Radweg wieder hergestellt werden. Brück geht davon aus, dass diese Arbeiten bis Mittwoch abgeschlossen sein werden. Anschließend müssen auf der neu entstandenen Brücke noch zwei Geländer angebracht werden. Weil das aber noch einige Wochen dauern wird, will die Stadt zunächst eine provisorische Absturzsicherung anbringen. Auch die Beleuchtung der Lennepromenade muss im Bereich der Baustelle wieder hergestellt werden. „Wir wollen den Weg aber so schnell wie möglich wieder nutzbar machen“, sagte Peter Erwig von der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement der Stadt Werdohl.

Maßnahme kostet 100.000 Euro

Von der gesamten Maßnahme, die rund 100.000 Euro kosten, aber als Beitrag zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie mit 90 Prozent vom Land bezuschusst wird, erwartet die Stadt eine Verbesserung der Wasserqualität in der Soppe. „Die Soppe wird demnächst an mindestens 200 Tagen im Jahr von frischem Wasser durchströmt“, sagte Erwig. Damit verschwinde dann auch der an Sommertagen manchmal unangenehme Geruch, den das bisher stehende Gewässer verbreitet habe. Außerdem könnten sich so wieder Fische und andere Lebenwesen in der Soppe ansiedeln, was wesentlich zu einer guten Wasserqualität beitrage. Wie sich die Renaturierung auf die Wasserqualität in der Soppe ausgewirkt hat, solle nach Absprache mit einem Fischereibiologen eine Referenz-Abfischung im nächsten Herbst zeigen, erklärte Peter Erwig weiter. Dieses Ergebnis solle dann mit einer ebensolchen Abfischung vor der Renaturierung verglichen werden.

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