Muslime: Fleisch für Flüchtlingshilfe

Mit diesem Plakat weist die Islamische Gemeinde Milli Görüs an der Altenaer Straße auf das Ziel des diesjährigen Opferfestes hin.

Werdohl - Die beiden großen islamischen Gemeinden in Werdohl – die Ditib-Gemeinde an der Freiheitstraße und die Milli-Görüs-Gemeinde an der Altenaer Straße – wollen einen Teil der Spenden des islamischen Opferfestes an die Werdohler Flüchtlingshilfe weitergeben.

Fahrettin Alptekin vom Ditib-Moscheeverein trifft sich am Mittwoch mit der Bürgermeisterin und den Vertretern der christlichen Kirchengemeinde zu einer Vorbesprechung in den Räumen am Kirchenpfad. Hier soll das gemeinsame Vorgehen der Werdohler Flüchtlingshilfe unter der Leitung von Lothar Jeßegus mit den islamischen Gemeinden besprochen werden.

Bei den Muslimen gab es bislang Zurückhaltung zu spüren, wenn es um die Veröffentlichung von Hilfsaktionen ging. Bei der Ditib-Pressestelle in Köln wird das folgendermaßen erklärt: „So ist das Engagement in den Gemeinden nicht getragen von dem öffentlichkeitswirksamen Prinzip „Tu Gutes und sprich darüber“, sondern nach dem islamischen Gebot der Bescheidenheit: „Was die eine Hand spendet, soll die andere Hand nicht mitbekommen“. Dies spiegele auch die muslimische Haltung wieder, dass Hilfe an Bedürftige möglichst unauffällig geschieht, um den Bedürftigen nicht zum Bittsteller zu machen oder sich selbst dadurch zu profilieren.

Diese Zurückhaltung wollen die Muslime wohl aufgeben, wenn es um das bevorstehende Opferfest geht. Am Mittwoch startet in Deutschland eine weit getragene Opferfest-Kampagne, in der das Teilen als zentraler Moment in der muslimischen Religionspraxis neu interpretiert wird. Zum Opferfest von Mittwoch bis Sonntag steht bei vielen islamischen Gemeinden die Flüchtlingshilfe im Zentrum des Teilens.

Bei dem Gespräch am Mittwoch mit der Bürgermeisterin soll besprochen werden, wie Gaben von Frischfleisch sinnvoll weitergeleitet werden können.

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