Grundlegende Veränderung des Musikschul-Angebotes

Die Ausgliederung des Projektes Singende Grundschule aus dem Haushalt der Musikschule wirkt sich schon jetzt finanziell aus, aber auch 2016 sollen die Sparbemühungen fortgesetzt werden.Foto: MZV-Archiv

Werdohl - Das Jahr 2016 wird für die Musikschule Lennetal sehr große Veränderungen bringen. Nicht nur der Wechsel in der Leitung nach der Kündigung von Martin Theile wird ein Thema sein, auch die aus finanziellen Zwängen dringend nötige Umstrukturierung. „Grundlegende Veränderungen“ des Angebotes seinen unerlässlich, heißt es.

Die Mitgliederversammlung am nächsten Mittwoch in Werdohl wird vermutlich den personellen Aspekt bewältigen. Vorsitzender Rottmann sprach davon, dass er sicher sei, dass nach den Ausschreibungen für Musikschulleitung und Ensembleleitung eine Lösung gefunden werde. Der Mitgliederversammlung geht immer eine Vorstandssitzung voran, dort werden wohl die personellen Weichen gestellt.

Finanziell machen sich die vor allen von der Mitgliedsstadt Altena forcierten Einsparbemühungen schon für 2015 bemerkbar. Wie bereits berichtet, fällt der Zuschussbedarf allein für Werdohl um 10 000 Euro geringer aus. Die Ausgliederungen des Projekts Singende Grundschule Werdohl und des Jugendblasorchester aus dem Haushalt der Musikschule haben Wirkung gezeigt. Auch eine Rolle spielt, dass die Leitungsstelle unbesetzt ist, zudem gibt es krankheitsbedingte Vakanzen.

Das reicht aber dennoch nicht aus, um Altenaer und Werdohler Sparwünsche dauerhaft zu befriedigen. Werdohl ist genau wie Altena auch Stärkungspaktkommune – das heißt konkret, dass mit der Bezirksregierung vereinbarte Sparziele unter allen Umständen eingehalten werden müssen. Bei einer Krisensitzung der Bürgermeister der Trägerstädte mit dem Vorstand der Musikschule Anfang September in Werdohl machten Dr. Andreas Hollstein und Silvia Voßloh klar, dass die Sparziele „ohne grundlegende Angebotsveränderungen nicht realisiert“ werden können. Grundsätzlich bekannten sich Werdohl und Altena dazu, weiterhin Teil einer interkommunal getragenen Musikschule in Vereinsform sein zu wollen.

Die beiden anderen Trägerstädte Neuenrade und Plettenberg signalisierten, durchaus auch an einer allgemeinen Kostensenkung interessiert zu sein. Sie zeigten sich aber aktuell nicht bereit, bei einer ausreichenden Nachfrage durch Schüler das Leistungsspektrum einzuschränken. Personaleinsparungen durch eine Wiederbesetzungssperre sind nicht möglich, da es in den kommenden sieben Jahren keine zu erwartenden Abgänge aus Altersgründen gebe.

So wurde die Idee entwickelt, für alle vier Kommunen eine Art Basisleistung zu bieten, während die beiden wohlhabenderen Kommunen Zusatzleistungen in Anspruch nehmen können. Lediglich das Basisleistungspaket soll durch die gemeinsame Umlage finanziert werden. Buchen Neuenrade und Plettenberg so genannte „On-top-Leistungen“ für ihre Bürger, müssen sie auch extra dafür bezahlen.

Ob so ein Splitting finanziell darstellbar ist, soll durch externe Gutachter berechnet werden. Die Stadt Altena regte an, möglichst kostenneutral die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) zu beauftragen. Die Musikschule wünschte eine fachliche Beteiligung der Beratungsdienste des Verbandes der Musikschulen. die Bürgermeister einigten sich darauf, dass unter Federführung der Stadt Altena die GPA beauftragt werden und möglichst kostenfrei ein Fachberater hinzugezogen werden soll. Anfang November wurde eine entsprechende Ausschreibung für eine Beratungsvergabe dem Vorstand vorgestellt.

Zeitliches Ziel der Ausschreibung ist es, Mitte 2016 ein umsetzbares Beratungsergebnis zu bekommen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare