Musikschule ist wie Abba

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Zum Abschied musizierte Theile (links) noch einmal mit Sebastian Hoffmann.

Werdohl - Der langjährige Musikschulleiter Martin Theile ist am Sonntag im Rahmen des Stipendiatenkonzertes der Musikschule Lennetal im Plettenberger Ratssaal verabschiedet worden. Mehrere talentierte Nachwuchskünstler bewiesen sich in der Nachbarstadt mit kristallklaren, kraftvollen und besonders hellen Tönen.

Martin Theile hat in seiner Laufbahn im Lennetal eine ganze Menge erreicht. Viel Kraft und Zeit investierte er in die Musikschule Lennetal. So hat Theile unter anderem die Organisation der Fahrten, der Auftritte und der Proben des Jugendsinfonieorchesters übernommen – und dieses souverän geleitet. „Das Sinfonieorchester ist nun ein musikalisches Aushängeschild der Region geworden“, erklärte Adrian Viteritti, Plettenbergs stellvertretender Bürgermeister, zu Ehren des scheidenden Leiters. Darüber hinaus ist es ihm gelungen, einen weiteren Kooperationspartner für die Musikschule Lennetal zu gewinnen – die Gemeinde Finnentrop.

Einfach nur „Danke für alles“ wollte auch Dietmar Rottmann, Vorsitzender der Musikschule, dem scheidenden Martin Theile mit auf den Weg geben. Er betonte aber auch, dass es noch nicht bekannt sei, wer in die Fußstapfen Theiles treten werde. „Um allen Spekulationen aus dem Weg zu gehen, möchte ich sagen, dass wir zurzeit noch keinen Nachfolger benennen können. Sollte sich das ändern, werden wir das natürlich schnellstmöglich bekanntgeben“, versicherte Rottmann.

Schlussendlich hielt auch der Leiter selbst eine Rede. Zum einen verglich Theile die Musikschule mit der Band Abba: „Denn ,Thank you for the music’ und ,Money, money, money’ sind bei einer solchen Institution immer nah beieinander“, scherzte er. Das habe einen ernsten Hintergrund, denn bisweilen sei es für diese Einrichtungen schwer, Fuß zu fassen. Diese Art von Verein müsse vom Staat stärker gefördert werden: „Ich würde mir wünschen, dass die Politik die Zukunft der Musikschulen sichert“, so Theile. Schließlich seien Bildungschancen Lebenschancen. Deshalb müsse man die Musik mehr noch als bisher in die Schulen bringen. Es sei unwahrscheinlich wichtig, die Kreativität der Kinder zu fördern, erklärte der scheidende Musikschulleiter.

Das sei auch der Grund für seinen Wechsel zur JeKits-Stiftung in Bochum. Die Stiftung „Jedem Kind ein Instrument“, setzt sich dafür ein, dass bei Kindern, deren Eltern eventuell nicht über die entsprechenden Mittel oder Möglichkeiten verfügen, das Interesse für Instrumentalmusik geweckt wird. Es solle jedem möglich sein, zu musizieren, zu singen, zu tanzen.

Theile bedankte sich für für schöne Jahre an der Musikschule Lennetal und nannte dabei vor allem „die vielen tollen Schüler und die Unterstützung durch die Kollegen“.

Zusammen mit Sebastian Hoffmann (Bratsche) und Marion Jeßegus (Klavier) zeigte Martin Theile dann an der Klarinette, wofür er lebt – für die Musik.

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